Peter Brügge: //Herrlicher Mist//Dies ist eine alte Version des Dokuments!
Do it yourself
Abgekürzt DIY, englisch für »selbermachen« im Gegensatz zu *do-it-for me DIFM.
Im englischsprachigen Raum häufig auch zusammengesetzt wie etwa Toyodiy: »car-related questions, such as repair procedures of various levels of difficulty (from an oil change to transmission swaps), modifications, general information, part information«
DIY zielt entweder auf eigenständiges * Konstruieren oder auf * Reparieren. Es setzt * Technisches Wissen voraus sowie * Werkzeug außerdem eine * Problemlösestrategie und * buschmechanisches Handeln.
DIY war bis ins 20. Jahrhundert eine allgemeine Selbstverständlichkeit, weil Arbeitszeit billig war und Material teuer. Heute hat sich dies umgekehrt, so dass unser »Elektroschrott« beispielsweise nach Westafrika exportiert und dort aufgearbeitet wird, weil dort die Arbeitszeit billig ist.
Mit der abnehmenden Notwendigkeit, alles selbst machen zu müssen wurde DIY erstmals in den 1960er Jahren zur »modernen Welle«. 1957 entstand die Zeitschrift »Selbst ist der Mann«. John Seymours Buch vom Leben auf dem Lande wurde in den 1970er Jahren zum Renner. Tatsächlich schlossen in dieser Zeit viele bäuerliche Kleinbetriebe. Die reale Bauernflucht konterkarierte das Idyll vom Landleben 1).
Ab 1974 ludt die Hobbythek des WDR 30 Jahre lang zum Selbermachen ein. In den 2010er Jahren erfahren Konsumverzicht, einer Rückkehr zum einfachen Leben und das Leben auf dem Land wieder einmal erhöhtes Interesse, begünstigt durch hohe Mieten in der Stadt, Ressourcenknappheit, Klimawandel, sinnvolle Freizeitgestaltung.
siehe auch
*right to repair
*iFixit
Langreiter, Nikola/Löffler, Klara (Hg.)
Selber machen. Diskurse und Praktiken des »Do it yourself«
Bielefeld 2017
Levine, Faythe/Heimerl, Cortney
Handmade Nation: The Rise of DIY, Art, Craft, and Design
New York 2008
