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wiki:steinmann

Steinmann (Obo, Cairn)

Der Steinmann ist konkret ein Artefakt in der Wildnis, physisch eine Raumteilung und psychisch ein Eingriff in die Raumvorstellungen. Als Zeichen ist er ein Zeugnis des Unterwegs-Seins, weil Reisende mit ihrem hinzugelegten Stein einerseits eine Kunde hinterlassen als Zeugnis, dass sie dort waren und als Hinweis, dass hier ein Weg von irgendwoher nach irgendwohin verläuft.

Steine als Wegzeichen

Karling

Als Wegzeichen zur Orientierung gibt es ein natürliches Vorbild im Karling. Dies bezeichnet glaziologisch pyramidenförmige Bergspitzen, die durch ihre schroffen und steilen Grate mit manchmal fast senkrechten Wänden unübersehbare Fixpunkte im Raum bilden, scheinbar isoliert in der Bergwelt. Diese entstanden aus dem Eisstrom der Gletscher. In Europa wird die dabei entstehende pyramidale Form oft als „Horn“ (schweiz. Gorner, ital. Corno, lat. Cornu) bezeichnet (Matterhorn, Wießbachhorn, Großer Hornkopf) oder als Spitze (rätorom. Piz, ital. Pizzo, Cima ) 1). Auch die bekanntesten Berggipfel der Hohen Tauern sind Karlinge wie der Großglockner. 2)

Breadcrump Trail

Bei der Erstbegehung einer Route haben die Steinzeichen einen einmaligen und besonderen Sinn:

  • Erstens zeigen sie den Rückweg an, sind also eine Art breadcrump trail und
  • zweitens ermöglichen sie es Andere nachzufolgen;
  • drittens ermöglichen sie es, im Notfall gefunden zu werden.

Expeditionsmarken

Bei vielen Expeditionen wurden systematisch Cairns angelegt, z.B. 1868 bei der deutschen Nordpol-Expedition:
„Um aber die allerschlimmsten Fälle vorzusehen, und im Fall eines Unglückes eine möglichst gute Spur der Expedition zu haben, sollen auf den sich nach Norden erstreckenden Küsten Ost-Grönlands oder überhaupt auf jeder zu berührenden Küste wiederholt Steinhaufen (Cairns) errichtet werden, die, wie bei den Englischen Expeditionen, in ihrem Innern schriftliche Nachricht von dem Gange und Stande der Expedition enthalten. Und zwar sollen diese Cairns an hervorragenden Punkten der Küste möglichst genau oder so nahe als möglich unter einem vollen Breiten- oder Längengrade errichtet werden, was ihre Auffindung ausserordentlich erleichtern würde.“ 3)

Padrões

  • Jorun Poettering
    Als die Säulen des Herakles umstürzten. Wissen, Wissenschaft und Herrschaft in der portugiesischen Expansion (15. und 16. Jahrhundert)
    Saeculum 64.2 (2014) 257-288 Online
    Padrões hießen die Säulen, die die portugiesischen Seefahrer an den erreichten Extrempunkten ihrer Expeditionen aufstellten. Den wahrscheinlich ersten padrão aus Marmor (Notiz auf der Karte von Canerio) errichtete Diogo Cão an der Mündung des Kongo-Flusses.
  • Wilhelm Kalthammer
    Die Portugiesenkreuze in Afrika und Indien : eine umfassende Darstellung aller von den portugiesischen Entdeckern Diogo Cão, Bartolomeo Dias und Vasco da Gama errichteten Steinkreuze (Padrões), deren Geschichte und deren Nachbildungen.
    (=Beiträge zur Afrikakunde, 5) 79 S. 19 Ill. Basel 1984: Basler Afrika Bibliographien.
    • Beilage: „Neues von den Portugiesenkreuzen in Afrika“ (4 S.)
  • ÖNALAN, Hava. „15. YÜZYIL PORTEKİZ KEŞİFLERİNİN AFRİKA’DA TEZÂHÜRÜ VE BİR HAKİMİYET GÖSTERGESİ OLARAK PADRÃO SEMBOLÜ.“ Tarih Araştırmaları Dergisi 40.70 (2021) 206-228. Online

Anforderungsprofil

Steinsäulen (engl. piles of rock), Steinhaufen (engl. heap of stone, frz. tas de pierres), auch in Form von Pyramiden oder als gegeneinander gelehnte Steinplatten, sind als einfachste, älteste und beständigste Form des Wegzeichens (engl. road marker) oder Wegweisers (engl. signpost, frz. poteau indicateur) charakterisiert durch

  1. Beständigkeit, also ein großer Haufen oder
    1. eine standfeste Konstruktion mit
    2. ausgesuchten Steinen;
      1. Lentz, Thomas L.
        AMC Trail Adopter’s Handbook.
        47 S. Boston (9.A. 2007): Appalachian Mountain Club White Mountain Adopt-A-Trail Program. Online. S. 24-25: Eine Anleitung zum Bau eines Cairns.
  2. auffällige Sichtbarkeit, also
    1. eine vertikale Struktur durch Schichtung oder
    2. eine vertikale Komponente (Stab, Stele);
    3. Umrisse, die sich gegen Umgebung und Horizont abheben;
  3. einen exponierten Standort
    1. zur Fernorientierung an erhöhten oder vorspringenden Stellen im Gelände (z. B. Hügel), die vom Weg aus sichtbar sind;
    2. zur Nahorientierung an einem bedeutsamen Wegabschnitt wie etwa Gabelung, Kreuzung, Quelle, Furt, Anlandestelle, Pass;
  4. Informationsgehalt als Teil eines wegbegleitenden Systems zur Orientierung:
    1. Hier war schon jemand.
    2. Hier ist etwas (z.B. eine Abzweigung: Bivia und Trivia, Übergang).
    3. Hier geht der Weg weiter (Richtung) im Zusammenhang mit weiteren Wegzeichen.

Damit kennzeichnen sie den richtigen Weg, wenn es in der Landschaft keine natürlichen und eindeutigen Landmarken gibt, die durch erzählende Beschreibung weitergegeben werden könnten.
Sie bieten Orientierung und einen Schutz gegen das Verirren in der Wildnis.
Sie erleichtern die Wegfindung, wenn der felsige Untergrund keine Spuren erkennen lässt oder wenn es zu viele Spuren (etwa Tierpfade auf Almen) gibt oder wenn im Sand Pisten in alle Richtungen führen, aber auch wenn der Pfad bei Schnee auf Pässen oder im Nebel nicht weithin sichtbar ist.

Liste von Steinhaufen

Afrika

  • Vajda, László
    Obo-Haufen in Afrika.
    S.57-88 in László Vajda: Ethnologica. Otto Harrassowitz 1999;
    = Acta Ethnographica Budapest 4 (1955) 277-312

Sahara & Sahel

  • Engljaehringer, Gertrude; Kraml Roland; Milburn, Mark
    Gedanken über einige Steinmonumente der Sahara.
    In: Antiquités africaines, 22 (1986) 11-28. DOI Online
  • Milburn, M.
    Remarks on the Saharan heel-shaped cairn.
    Almogaren Bd. 7 Graz 1976, S. 155-165
  • Savary, J.-P.
    Monuments en pierres sèches du Fadnoun (Tassili n’Ajjer).
    Mém. du C.R.A.P.E. (Alger) 6 (1966) 72 S.
  • Alem عَلَم‎ (arab. Mehrzahl Alam, ʿalāmat, türkisch alamet) ‘Zeichen, Marke, Banner’
    in der Sahara als Pistenmarkierungen: »Die Nomaden und Wanderer der Libyschen Wüste nennen die von Menschenhand errichteten Zeichen (Wegweiser, Grenzsteine, Wegsperren usw.) im allgemeinen Alam.« 4).
  • Karkur, kerkûr كركور
    < berberisch akərkur, ägypt. krkr < sumerisch, griech. κάρκαρον, armen. karkar
    • El Mountassir, A., S. Chaker
      Kerkur «Tas de pierres sacré».
      Encyclopédie Berbère 27 (2005) 4176-4178.
      Steinhaufen auf Höhen, an Wegkreuzungen, an Stellen, wo ein Verbrechen geschehen ist; detaillierte etymologische Belege.
    • Said Ennahid, Eric Ross
      Adding a Layer. Functioning Muslim Shrines at Archaeological Sites in Northwestern Morocco.
      in: Stefan Altekamp, Carmen Marcks-Jacobs and Peter Seiler (Eds.), Perspektiven der Spolienforschung 2. Zentren und Konjunkturen der Spoliierung, Berlin: Edition Topoi, 2017, 95–132, S. 105 Abschnitt karkûr: Karkûr als kleinste Form von Schreinen, außerhalb von Ortschaften, oft verbunden mit Personennamen (Sîdi …, Lâlla …), in der Nähe von Gräbern (nza), Bäumen und gekälkten Steinen (engl. `white-washing stones´) ähnlich wie Khalwa.
    • Doutté, E.
      Les tas de pierres sacrés et quelques pratiques connexes dans le Sud du Maroc.
      Documents sur le Nord-Ouest africain, Alger, 1903, 39 p
    • Montes, Juan Francisco Jordán, José Pérez Blesa
      Albórbolas en los toros, kerkur en los parajes malditos y teofagias lunares: etnografía en Ayna, Liétor y Elche de la Sierra.
      Al-Basit: Revista de estudios albacetenses 49 (2005): 205-256.
    • Dominik Josef Wölfel
      Monumenta linguae Canariae: Die kanarischen Sprachdenkmäler. Eine Studie zur Vor- und Frühgeschichte Weissafrikas.
      928 S. Graz 1965: Akademische Druck- und Verlagsanstalt. S. 375 Steinhaufen kerkur mit zahlreichen Belegen.
    • Basset, H.
      Karkūr.
      in: Encyclopaedia of Islam, Second Edition, Edited by: P. Bearman, Th. Bianquis, C.E. Bosworth, E. van Donzel, W.P. Heinrichs. Online
      Dem Ort wird die Fähigkeit zugeschrieben, negative Energie zu absorbieren, indem ein Stein aufgelegt wird. Der Steinhaufen ist also eine Folge der Handlung, die aus dem Glauben an die Eigenschaft des Ortes vollzogen wird. Abgelegt werden damit Sünde, Krankheit, Müdigkeit; Böses wird übertragen und abgewehrt. Verbunden damit wurde die Vorstellung, es sei dort ein böser Mensch begraben, der durch das Auflegen der Steine in seinem Grab gehalten wird und der als »Sündenbock« dient. Basset verweist auf Frazer, James George: The golden bough. London 1911 f.: Macmillan. Band 3, VI, The scapegoat [Der Sündenbock], 8-30.
    • Das Wortfeld um karkur, kerkur, kirkar, kalkul, galgul, gilgul, gilgal, gul (→ unten Arabische Halbinsel: Gal) diskutiert recht eigenwillig Herman Wirth und benennt Zusammenhänge mit der akkadischen Muttergöttin Gula, dem griechischen Herakles, dem baylonischen babylonische Gilga-mesch, mit Bezügen zum Kreis und zu Bergen 5), denen sich möglicherweise nachzugehen lohnt, jedoch unabhängig vom weiteren Gedankengut des Autors.
    • Als Ortsname u.a.: Karkūr wa-Shaṭūr, insbesondere die Trockentäler am Jebel Uweinat (Libyen, Ägypten, Sudan): Karkur Talh, Karkur Murr, Karkûr Idrîs, Karkûr Ibrahîm; in Israel: Karkur, Ḥorvat Karkûr ʻÎllît
    • Harold Scheub
      Karkur, the Heap of Stones (Hausa/Niger, Nigeria).
      Eintrag in: A Dictionary of African Mythology Oxford University Press 2000.
  • Khalwa خلوة (pl. khalawāt), Chalwa, Chalwat in Marokko und Algerien `Leere, Einsamkeit´; )
    Khalwa bezeichnet - insbesondere für Sufis - einen spirituellen Rückzugsort (engl. retreat) in der Einsamkeit 6). Solche Orte entwickelten sich oft zu muslimischen Heiligtümern (»Schrein«, engl. shrine), die zum Pilgerort wurden. Daher ist ‘Khalwa’, ‘Khaloua’ ein häufiger Ortsname. Solche Schreine bestehen oft aus einem verstreuten Ensemble religiöser Stätten, die auch Bäume und Steinsetzungen wie Karkur umfasst, oft weiß gekälkt (engl. whitewash), und die häufig als Wohnort von Jinns (Dschinns) gelten. Auffällig oft dienen solche Schreine einerseits als Orte der Volksfrömmigkeit (Marabutismus) der islamischen Bevölkerung, sind jedoch andererseits mit präislamischen archäologischen Stätten verbunden, siehe oben bei Ennahid/Ross 2017, z. B. S. 106.

Ägypten

  • Berger F.
    An area with aligned stones in the Western Desert of Egypt.
    Sahara 20 (2009) 195-198
  • Menardi Noguera A., P. Carmignoto, N. Contavalli, E. Grugni
    The stones lines of Upper Wadi Mashi (Gilf Kebir, Egypt).
    Sahara 21 (2010) 197-205
  • Peroschi, Maria Emilia, Flavio Cambieri
    Game traps, enclosures or something else? New stone lines identified in the Western Desert of Egypt. Sahara (2011) 159-162.
    Wege zwischen Karkur Hamid und Karkur Talh
  • Riemer H.
    Holocene game drives in the Great Sand Sea of Egypt? Stone structures and their archaeological evidence.
    Sahara 15 (2004) 31-42.
  • Rossi, Corinna, Salima Ikram
    Evidence of desert routes across northern Kharga (Egypt’s Western Desert).
    in: Förster, Frank, Heiko Riemer: Desert road archaeology in ancient Egypt and beyond. Köln 2013: Heinrich-Barth-Institut. S. 265-282, insbes. Abschnitt 3.2 (Cairns) Online

Südliches Ägypten & nördlicher Sudan

  • Borda M., Cambieri F., Peroschi M.E.
    The stone circles of Uweinat.
    Sahara 24 (2013) 243-254
  • Cavendish, M.W.
    The custom of placing pebbles on Nubian graves.
    Sudan Notes and Records (Khartoum) 47 (1966) 151-156.
  • Maria Emilia Peroschi, Flavio Cambieri, Maria Leonarda De Santis
    Not only rock art at and around Jebel Uweinat. Evidences of stone structures.
    Vortrag (Folie) 13th International Conference for Nubian Studies 1st - 6th of September 2014, University of Neuchâtel

Südliches Äthiopien

  • Anfray, Francis
    Les steles du sud: Shoa et Sidamo.
    Annales D'Ethiopie 12 (1982) 43-221.
  • Joussaume, Roger
    Tiya, cimetière aux stèles décorées dans le Soddo (Ethiopie).
    Proceedings of the Eleventh International Conference of Ethiopian Studies : Addis Ababa, April 1-6 1991, S. 23-46.
  • Grant, Christopher
    Stones, Slabs, and Stelae.
    The Origins and Symbolism of Contemporary Oromo Burial Practice and Grave Art.

    SIT Digital Collections 2006. Online

Somalia

  • Galla graves oder Arawailo cairns in Somalia
    Speziell Steinhaufen mit konzentrischem Steinring (Spiegelei-Typ). Lewis (1961) verband die (namenlosen) Steinhaufen mit dem weiblichen Personennamen »Arawailo« aus tradierten Erzählungen.
    • Chittick, H. Neville
      Cairns and other drystone monuments in Somali regions.
      in: Proceedings of the First International Congress of Somali Studies / Edited by Hussein M. Adam and Charles L. Geshekter. 1992, 35-42.
    • Gabriel, Baldur
      Präislamische Gräber in Nordost-Somalia.
      in: Der Antike Sudan 2007, 115-138. DOI
    • Lewis, I.M.
      The so-called ‘Galla graves’ of Northern Somaliland.
      Man N.S. (London) 61 (1961) 103-106
    • Eugenio Bortolini et al.
      Newly found stone cairns in Mudug region, Puntland: a preliminary report.
      Azania: Archaeological Research in Africa 54:1 (2019) 94-106
      40 gut erhaltene »monumental stone cairns« wurden entdeckt und beschrieben.
    • Jean-Paul Cros et al.
      Les monuments mégalithiques du Somaliland.
      Afrique: Archeologie et Arts 13 (2017) 43-58.

Ostafrika: Kenia/Uganda/Tansania

  • Hildebrand, E., A. K. M. Grillo
    Early herders and monumental sites in eastern Africa: dating and interpretation.
    Antiquity 86 (2012) 338–352.
    Archäologische Befunde und Mithilfe von Ausgrabungen und Radiokarbondatierungen datieren den Bau megalithischer Säulen in Ostafrika im fünften Jahrtausend BC zeitgleich mit der frühesten Herdenhaltung im selben Raum.
  • Matthew I.J. Davies
    Stone cairns across eastern Africa: a critical review.
    Azania: Archaeological Research in Africa, 48:2 (2013) 218-240, DOI
  • Lynch, B. Mark
    The Namoratunga Cemetery and rock art sites of NW Kenya.
    A study of early pastoralist social organization.

    Diss. Ann Arbor 1978: University Microfilms International.
  • Lynch, B. M., L. H. Robbins
    Namoratunga: The First Archeoastronomical Evidence in Sub-Saharan Africa.
    Science 200 (1978) 766-768.
    19 Steinsäulen, datiert 300 BC, werden wegen ihrer ausgerichteten Anordnung astronomisch gedeutet.
  • Were
    bei den Wawanga am Mt. Elgon in Kenia, immer am Weg zum Ort, jedoch abseits; es darf immer nur ein Stein aufgelegt werden.
    • Willoughby, W.C. The Soul of the Bantu.
      London 1928: Doubleday, Doran & Co, S. 288:
      Die Wawanga haben drei Arten von Schreinen: Msambue, Mukurru, Were. Letzterer befindet sich am Weg außerhalb des Ortes; es wird immer nur ein Stein aufgelegt, diese Steine sind immer länglich (oblong) und stammen aus dem Flussbett.
    • Dundas, K.R.
      The Wawanga and other Tribes of the Elgon District, British East Africa.
      Journal of the Royal Anthropological Institute 43 (1913) 19-75, hier S. 31
  • Baumann, O.
    Durch Massailand zur Nilquelle. Reisen und Forschungen der Massai-Expedition des deutschen Antisklaverei-Komite in den Jahren 1891-1893.
    Berlin 1894: Dietrich Reimer, hier S. 207:
    Baumann zitiert Speke mit dem Brauch der Watussi: »das Bewerfen gewisser Lokalitäten mit Steinen, die sich nach und nach zu grossen Haufen aufthürmen, oder mit Gras zum Schutz gegen böse Geister« und sagt, das sei auch bei den Bantu üblich.
  • Baumann, H.
    Schöpfung und Urzeit des Menschen im Mythus der afrikanischen Völker.
    Berlin 1936: Reimer, hier:
    S. 40 mit dem Hinweis auf »pyramidenförmige Haufen an Kreuzwegen« im Yaoland [heute Malawi-Tansania] mit einem Ritus für Mulungu. Mulungu ist ein Schöpfergott bei vielen Bantuvölkern, der Name kann mit der Wurzel -ng- `aufrichten, errichten, erschaffen´ erklärt werden, mit Bezügen zu Himmel, Erde und Raum 7)
    und S. 76 Hinweis auf Steinhaufen am Weg, auf Berggipfeln, auf die ein Kiesel oder ein Blatt gelegt wird als Gabe an Kabedya, den Gott der Lebenden (Hollohollo am Westufer des Tanganyika-Sees).

Im südlichen Afrika

  • Heitsi Eibib-Grab (kho khowos)
    bei den San, Hottentotten, Damara u.a. im südlichen Afrika, bei den !Kû Huee, nicht jedoch bei den Bantu 8)
    • Schmidt, Sigrid
      Some notes on the so-called Heitsi-eibeb graves in Namibia.
      Ancient heaps of stones at the roadside.

      71 S. (=BAB Working Paper, 3) Basel 2014: Basler Afrika Bibliographien. Online
      Heitsi-eibeb ist der Trickster der San, der symbolisch in den rituell erzeugten Steinhaufen begraben liegt. Die Autorin hat eine umfangreiche Quellensammlung dazu erstellt, mit Belegen auch für das übrige Afrika. Damit verbunden ist der Ortsname Kokobos im südlichen Namibia, abgeleitet aus khokhobos `Grab´ 9)
    • Schmidt, S.
      Animals and spirits of the road in Nama and Damara folklore and folk belief.
      South African Archaeological Bulletin, 75.213 (2020) 120–127.
  • (I)sivivane
    Steinhaufen bei den Xhosa und Zulu: “A heap of stones thrown together by travellers at certain steep and dangerous passes on a difficult, tiring journey, a small stone being added by every passerby, who says, Thixo ndincede, God help me; or siphe amandla, give us strength.” 10)
    • Berglund, A-J.
      Zulu Thought-Patterns and Symbolism.
      Studia Missionalia Upsaliensia 22. Claremont, Cape 1976: Philip, hier S. 334 ff.:
      Die Isivivane liegen leicht erkennbar an den alltäglichen Wegen; beim Passieren wird auf den Stein gespuckt und derselbe auf den Isivivane geworfen. 11)
  • Ombindi, Ovombindi
    `ein Ding, das man umgeht´ bei den OvaHerero und Himba 12)
  • Sefika-ntle
    bei den Tswana, `etwas aus Stein, draußen auf dem Land´, aus se-, le-fika “stone” und ntle “outside” 13)

Madagaskar

  • Vatolahy, Vatotsangana »Man nennt derartige Steinsäulen dort Vatotsangana oder Vatolahy und findet sie einzeln oder gruppenweise häufig im Centralmassiv Madagaskars bei den Antimerina und Betsileo sowie auf der Ostabdachung der Insel bei den Antanosy und Betsimisaraka. Sie tragen weniger einen religiösen Charakter, sondern sollen vielmehr Erinnerungszeichen an wichtige Ereignisse wie Siege, gerichtliche Entscheidungen, feierliche Gelübde und sonstige Thaten der Vorfahren sein. Ebenso dienen sie auch zum Gedächtnis der Toten welche fern von der Heimat dahin gingen. Nebenbei schreibt ihnen das Volk allerlei übernatürliche Kräfte und Fähigkeiten zu, erweist ihnen daher durch Einsalben mit Fett und Darauflegen von Steinen eine gewisse religiöse Verehrung, was allerdings anderseits nicht hindert, daß man dem Vatolahy, wenn er nicht antwortet, seine Mißachtung durch Schläge begreiflich macht.« 14)
    • Karl Handfest
      Die Steinsetzungen (Vatolahy) auf Madagaskar.
      11 Blätter. 1949 [Manuskript-Entwurf s. Worldcat]
    • Vatolahy Mpamosavy
      5 fasc. 98 S. Tananarive 1955: J. Paoli et fils.
    • Decary, Raymond; Suzanne Raharijaona
      Vatolahy et pierres sacrées.
      Tananarive: Revue de Madagascar 1960–1963.
    • Razanabola, Michel
      Lieux de culte phallique en pays betsileo.
      Omaly Sy Anio 23-24 (1986) 41-52.

Arabische Halbinsel

  • Haiman Mordechai
    Cairn Burials and Cairn Fields in the Negev.
    Bulletin of the American Schools of Oriental Research 287 (1992) 25-45. DOI
    Auf 450 km² im westlichen Negev-Hochland fanden sich bei einer Geländeaufnahme hunderte von Steinhaufen an 1500 Standorten, die zwei Kategorien zugeordnet werden: (1) überwiegend Steinhaufen auf Anhöhen und (2) einer kleinen Anzahl Steinhaufen in Siedlungen. Erstere waren zu 92,5% leer. Letztere enthielten zu 83,3% menschliche Überreste, werden also als Gräber gedeutet.
  • Gal (hebräisch)
    In der Bibel (1 Mose 31.46) schließen Jacob und Laban einen Vertrag an einem Grenzsteinhaufen (gal), der als Zeuge der Handlung gilt (גַּלְעֵד gal‘ed, „ein Steinhaufen ist Zeuge“, Gen 31,47 EU, aramäisch Jegar-Sahaduta יְגַר שָׂהֲדוּתָא „Steinhaufen des Zeugnisses“). Gal bedeutet auch `Quelle´ mit der Grundbedeutung `wallen, wälzen, rollen´, daher auch `Rad´. In Gen 31,52 wird derselbe Steinhaufen als Grenzmarkierung bezeichnet und in Gen 31,48-49 als Beobachtungsposten (für Späher, Wächter hebr. Šomrim), also einen erhöhten Ort bezeichnend. Text liegt außerdem noch eine zweite Ebene vor, die den Steinhaufen und die Mazzebe explizit als Grenzmarkierungen versteht.
  • Gilgāl (גִּלְגָל, galgal) ist ein Steinkreis (hier: 12 Steine für die zwölf Stämme Israels), der sechsmal in der Bibel einen Ort bezeichnet: Chirbet Ǧulēǧīl (Dtn 11,30 EU), in Galiläa (Jos 12,23 EU), in Geliot (Jos 18,17 EU), in Ǧilǧilije (2 Kön 2,1 EU), in Bet-Gilgal (Neh 12,29 EU) sowie als gilgal (Jos 4,19 EU). [Golgatha?]
    → oben Sahara: Karkur … Gul
    • Mülinen, Eberhard von
      Galgal. Hesekiel Kapitel 10, 13.
      Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins (1878-1945) 46.1-2 (1923) 79–107.
      Online mit detaillierten Überlegungen hinsichtlich der religiösen Bedeutung.
    • Eckart Otto
      Das Bundes-Mazzotfest von Gilgal.
      (=Beiträge zur Wissenschaft vom Alten und Neuen Testament,107). Stuttgart 1975:  W. Kohlhammer. S. 145, S. 159 Fussnote: Gilgal (Jos 5,9) Hügel … »im Ägyptischen ist ist bei üblicher Umsetzung von l in r der Begriff krkr in der Bedeutung „ Steingeröll, Steinhaufen “ belegt«
    • Elitzur, Yoel
      The Meaning of Gilgal.
      Revue Biblique 126.3 (2019) 321-343.
      Gilgal und Geliloth sind synonym (Josh 15:7; 18:17); Gilgal findet sich 40 mal in der Bibel.
  • Eben-Eser אֶבֶן עֵזֶר ’, `Stein der Hilfe [Gottes]´ ein in der Bibel dreimal erwähnter Ort 15)
    • Erasmus Gaß
      Eben-Eser
      Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet Online
  • Rujm رجم (arab.) auch: Rejem , Redjem `Turm, Steinhaufen, Grab´ im Raum Israel, Jordanien, Syrien 16)
    • Henninger, Joseph
      Ist der sogenannte Nilus-Bericht eine brauchbare religionsgeschichtliche Quelle?
      Anthropos 50.1/3 (1955) 81–148. S. 108, Fussnote 138 Online
      Quellenangaben und Brauchtum wie das Steinewerfen zur Hadsch im Mina-Tal
    • Carl Clemen
      Der ursprüngliche Sinn des ḥaǧǧ.
      Der Islam 10.3-4 (1920) 161-177.

Europa

  • Cairn
    bis zu 30 Fuß hohe Cairns in Schottland 17): gaelisch carn `Steinhaufen, steiniger Hogel´, gallisch karnon `horn´ aus PIE *ker-n- `höchster Punkt des Körpers, Horn´ 18)
    • Carneddau, Carnydd der walisische Plural zu cairns
  • Currick
    im Gälischen `cairn, heap of stones, boundary mark, guide for travellers´ aus *corr 19), bedeutungsgleich mit dem deutschen `Ort´ für etwas Vorspringendes, Herausragendes.
  • Galgal
    insbesondere im Bretonischen aus altfranz. gal > galet (rundlicher Kieselstein), caillou 20)
    Im Französischen werden die Steinsetzungen bezeichnet als : Menhir, Peulven, Dolmen, Tumulus, Galgal, wobei letzteres durch Cairn verdrängt wurde.
  • Harri Mutilak
    `Steinjungen´ (Einzahl harri mutil), Steinmänner der Basken aus harri `Stein´ < PIE khar-hi, *khar `hart, rauh´, trikuharri `obskur´ 21)
  • Hérma, Hermakes, Hermaia, ἕρμᾰ
    `Hügel, Cairn, Fels, Last …´ 22) im Griechischen. Hermes 23), der griechische Schutzgott der Reisenden, wurde im antiken Griechenland an Steinhaufen verehrt, ein senkrecht darin stehender Stein hieß die Hermie 24) und es war Brauch, beim Passieren einen Stein darauf zu werfen. Die griechischen Wegzeichen hermai standen oft auf Gräbern am Straßenrand, passend zur Aufgabe des Hermes, die Seelen in die Unterwelt zu geleiten 25). Seit dem 6. Jahrhundert vor Christus wurden Herma - phallusfömige Bildsäulen mit dem Kopf eines bärtigen Mannes - systematisch als Wegzeiger aufgestellt.
    Etymologie: Möglicherweise aus PIE *wérsmn̥ `Hügel, Spitze, top´ > *wers- `aufstehen, Spitze´ > litauisch viršus `top´, kirchenslawisch врьхъ vrĭxŭ `top, Spitze´, protogermanisch *wartǭ > siehe unten Varða `Steinmann´ sowie Sanskrit वर्ष्मन् varṣman `top, Spitze, Gipfel´.
    • Curtius, Ludwig (1874-1954)
      Die antike Herme. Eine mythologisch-kunstgeschichtliche Studie
      München, Univ., Diss. 1902, 28 S. (Leipzig 1903: Druck von B.G. Teubner 30 S.)
    • Johann Nicolai
      Tractatio de mercurio et hermis, seu statuis mercurialibus quas Germanicè vocamus, Wege-Zeiger, oder Weg-Seulen, darnach man sich richtet: ubi & de statuis in genere tractatur, & simul variae tàm utiles, quam lectu dignae antiquitates sacrae & profanae illustrantur.
      159 S. Francofurti 1687: J. Dauderstadius. Online
    • Eduard Gehbard
      Über Ursprung, Bedeutung und Anwendung der Hermen.
      (1826). S. 198 ff in: Eduard Gerhard, August Emil Braun, Otto Magnus Freiherr von Stackelberg: Archäologischer Nachlass aus Rom. G. Reimer, 1852.
    • Hetty Goldman
      The Origin of the Greek Herm.
      American Journal of Archaeology 46.1 (1942) 58-68
    • Ifigenija Radulović, Snežana Vukadinović, Aleksandra Smirnov Brkić
      “ΟΥΔΕΝ ΠΡΟΣ ΤΗΝ ΚΛΟΠΗΝ” Hermes the Transformer
      Agora. Estudos Clássicos em Debate 17 (2015) 45‐62, ISSN: 0874‐5498
    • Schmidt, Bernhard
      Steinhaufen als Fluchmale, Hermesheiligtümer und Grabhügel in Griechenland.
      Jahrbücher für classische Philologie 147.6 (1893) 369-395
  • »Horossteine« HOPOΣ dienten im antiken Griechenland als Grenzsteine; die ältesten gefundenen Steine werden auf das frühe 6. Jahrhundert BC datiert. Derselbe Begriff HOPOΣ bezeichnete auch die Grenze. Eine mögliche etymologische Deutung führt über das ionische οὖρος zurück auf die Begriffe für Wachtturm, Wächter, wachen 26).
  • Steinmandln in den Alpen
    `mandl´ bayr./öst. für `Männlein´
    • Zingerle, Ignaz Vinzenz
      Sitten, Bräuche und Meinungen des Tiroler Volkes
      Innsbruck 1871. XXI, 304 S.
  • Temija im serbischen Raum und auch in Bulgarien, Griechenland (Anathemen)
    Ein »Fluchhügel« außerhalb des Ortes nahe Kreuzwegen. Unbekannte Übeltäter werden dort verflucht (staviti prokletiju), dabei wird ein Stein geworfen »Wer das getan hat, sei verflucht!« (anatema ga bilo). 27)

Nordeuropa

  • Hörgr (Altnorwegisch)
    heargr (Altenglisch) `heidnischer Tempel´, aus *germ. harugaz `Steinhaufen, Opferstätte´, idg. *kar `hart´ und *sker `schneiden´ 28).
    • Finnur Jónsson
      Hörgr.
      in: Brenner, Oskar, Karl Weinhold: Festschrift zur 50 jährigen Doktorjubelfeier Karl Weinholds am 14. Januar 1896. Strassburg 1896: K.J. Trübner.
    • Kvaran, Guðrún
      Hvað þýðir orðið hörgur?
      Vísindavefurinn. (Online May 29, 2006)
      hörgur 'Heideblutopfer, Opferhengst, felsiger Hügel, Hügel, Berg, Knoten, Ödland, Mangel'.
  • Kumbl
    (altnordisch; schwedisch kummel, isländisch kumel, finnisch kummeli, altenglisch cumbol `Zeichen, Banner´ < Proto-Germanisch *kumblą.
    In den skandinavischen Sprachen als Steinhaufen und `Mal´, also ein Zeichen wie Grabmal, Brandmal, Wundmal 29).
    • Gräslund, Anne-Sofie
      Kumbl and stafR in runic texts.
      In: Charlotta Hillerdal, Kristin Ilves (Hg.): Re-Imagining Periphery: Archaeology and Text in Northern Europe from Iron Age to Viking and Early Medieval Periods. Oxford & Philadelphia 2020: Oxbow Books S. 117-124
    • Nielsen, Karl Martin
      Kuml
      Årg. 3.3 (1953) 7-14. Jysk Arkæologisk Selskab. Online
    • Springer, Otto
      Old Norse ‘Kumbla-Smiðr’ ‘Helmet-Smith’: The Story of a Kenning.
      The Journal of English and Germanic Philology, University of Illinois Press, 50.2 (1951) 218–42. Online
    • Kahle, Bernhard
      Über Steinhaufen insbesondere auf Island
      In: Zeitschrift des Vereins für Volkskunde in Berlin 1902 Heft 1-2. S.89-96, 203-210, 319-325
  • Offerröse (offering cairn, Opferhaufen) in Schweden
    • Nordlander, Johan
      Fäbodväsendet i Ångermanland, med sidoblick på förhållandena i närliggande landskap i korthet framstäldt.
      Stockholm 1885: Kongl. boktryckeriet, P.A. Norstedt & söner. S. 24
  • Varða (Mz. vörður Island, Isle of Man), varder (Norwegen)
    Steinmann, aber auch `Strafe, Risiko´ (Varðar, engl. penalty), Varð-helgi `Heiligtum´, die Warte als Sitz eines Wächters: »wartleute des ordens … stehen in den kleinen festen und wachthäusern der weiten grenzwildnisz …« 30), 31)
    • Kapitel: Vörður og varðaðar leiðir. S. 141-153 in: Jón R. Hjálmarsson
      Sunnan jökla: viðtalsþættir og frásagnir af fjöllum.
      192 S. Selfoss 1997: Suðurlandsútgáfan
    • Varda auf Guernsey
      • T. W. M. de Guérin
        List of dolmens, menhirs and sacred rocks. Compiled from Guernsey place-names, with legends.
        Report and Transactions of La Société Guernesiaise 1922/23, S.30-64
      • Élisabeth Ridel
        Sur la route des Vikings: les îles Anglo-Normandes entre Bretagne et Normandie Nouvelle Revue d’Onomastique 25-26 (1995) 119-142 sowie S. 127-155 in: Landévennec, les Vikings et la Bretagne. En hommage à Jean-Christophe Cassard, Magali Coumert et Yvon Tranvouez (dir.), Brest 2015: CRBC-UBO.

Finnland, Lappland

  • Jansson, Henrik
    Burials at the End of Land: Maritime Burial Cairns and Land-Use History of South-Western Unsimaa.
    ISKOS. The Finnish Antiquarian Society 19 (2011) 117–151
  • Tuovinen, Tapani
    The Burial Cairns and the Landscape in the Archipelago of Åboland, SW Finland, in the Bronze Age and the Iron Age.
    315 S. Ph.D. dissertation, Department of Art Studies and Anthropology, University of Oulu, Oulu, Finland, 2002
  • Hiden-Kuikaat
    »Große Steinhaufen die man für Riesengräber hält führen diesen Namen. Oft findet man in ihrem Innern Ueberbleibsel von Rüstungen für Mann und Roß, die unter Asche und Todtengebeinen vergraben liegen. Meisstentheils sieht man diese Steinhaufen auf erhabenen Stellen in Wäldern.« 32)
  • Hiiden kiukaat (Hiisi Oesen), Hiiden pesät (Hiisi-Nester)
    »Die finnische Tradition spricht auch von Hiiden kiukaat (Hiisi Oesen), Hiiden pesät (Hiisi-Nester), aber das [nämlich verschiedene Steinbauten im Walde] sind wenigstens grösstentheils lappische Ueberreste.« 33)
  • Jättar haudat
    Steinhaufen im Siedlungsraum der Lappen insbesondere im Küstenbereich bis zu 3 Klafter hoch 34)
  • Kalmisto
    »Begräbniß-Plätze insonderheit solche die als Ueberbleibsel des Heidenthums noch in Wäldern und auf Holmen angetroffen werden. Für solche Stellen hat der Aberglaube große Achtung und sucht dort vermoderte Leichenknochen zu seinen Zaubereien.« 35)
    • Erkki Itkonen, ‎Ulla-Maija Kulonen
      Suomen sanojen alkuperä: etymologinen sanakirja
      Band 1 Suomalaisen kirjallisuuden seura. Helsinki 1992: Kotimaisten kielten tutkimuskeskus
      S. 484 kāāpa Steinhaufen, kalmisto
  • Kivikko, kivistó 'Steinhaufen´ (finnisch)
  • Kukkarokanto als Name eines bestimmten Haufens in Finnland
    • Muhonen, Timo
      The Place of Stone: Movement, Spatial Differences and Accumulating Stone Depositions in Finland and Karelia. Suomen Museo 124 (2017) 6-62.
  • Ristiraunio, ein Steinhaufen mit Kreuz darauf, auch als Wappen der Stadt Alavus. Es bezieht sich auf den Steinhaufen bei Tohni, der höchsten Erhebung (224 m) in der Region. Vor der Christianisierung stand dort ein hölzernes Idol, Tohnin. 36)
  • Uhri-paikat
    »Sind Opferstellen deren die Finnen so wie die Lappen und auch Ehsten wie in åltern Zeiten so auch jetzt eine Menge haben. Sie bestehen in heiligen Wäldern, großen Tannen, Fichten und andern Bäumen, Steinen, Felsen, Bergen, Quellen usw. wo Milch, Geld und bei Ermangelung eines Bessern auch Stecknadeln zum Opfer dargebracht werden, um dadurch verlohrene Güter oder seine Gesundheit wieder zu erlangen Niemand rührt die an solchen Stellen befindlichen Opfer an und wird es um so weniger wagen sie wegzunehmen weil Verlust des Lebens oder wenigstens des Gesichts alsdann zu befürchten ist. Pabst Gregor IX schrieb im Jahr 1228 an den Bischoff von Abo, Thomas, und trug diesem auf für die Abschaffung und Ausrottung solcher Opferstellen zu sorgen.« 37)

Arktis & Nordpolarmeer, Alaska & Aleuten

  • Hartley, Ralph, Renner, Amanda et al.
    Constructing Rock Cairns: Modifying and Signifying the Alpine Landscape of Southeast Alaska.
    Alaska Journal of Anthropology 16.2 (2018) 24–48
  • Hunt, William J., Jr.
    Alpine Rock Cairns on Chichagof and Baranof Islands, Tongass National Forest, Alaska.
    Midwest Archeological Center Technical Report no. 122 (2010): National Park Service, Midwest Archeological Center, Lincoln, NE
  • Hunt, William J., Jr., Ralph J. Hartley, Bruce McCune, Nijmah Ali, Thomas F. Thornton
    Maritime Alpine Cairns in Southeast Alaska: A Multidisciplinary Exploratory Study.
    2016 Online
  • Mizin, Vyacheslav
    Stone Cairns and Simulacra: Navigation, Folklore, and Tradition in the Arctic.
    Time and Mind 6.3 (2013 )313–330
  • Seid, Guriy, Hakur, Varda, Cairn, Inuksuk
    unter anderem auf der Kola-Halbinsel, in der Timan Tundra, am Weißen Meer
    • Mizin, Vyacheslav
      Stone Cairns and Simulacra: Navigation, Folklore, and Tradition in the Arctic.
      Time and Mind: The Journal of Archaeology, Consciousness and Culture 6.3 (2013) 313–330. DOI
  • Inuksuk (Mz. Inuksuit), auch: Inukshuk, Inukhuk, Inuinnaq aus inuk `Person´ und suk `Stellvertreter´
    bei den Inuit der amerikanischen Arktis mit der Bedeutung eines Gegenstandes, der Aufgaben stellvertretend für den Menschen übernimmt.
    • Graburn, Nelson
      Inuksuk: Icon of the Inuit of Nunavut.
      Études/Inuit/Studies. 28.1 (2004) 69–82. doi:10.7202/012640ar.
    • Norman Hallendy, Tukiliit
      An Introduction to Inuksuit and Other Stone Figures of the North.
      128 S. Vancouver et Toronto: Fairbanks, Douglas & McIntyre. University of Alaska Press, 2009
    • McNeill, L.
      Traces of Coming and Going: The Contemporary Creation of Inuksuit on the Avalon Peninsula.
      Revue de la Culture Materielle 60 (2004). Online
    • Oakes, Jill E.
      Sacred landscapes.
      VIII, 240 S. Winnipeg 2009: Aboriginal Issues Press. Inhalt u.a.:
      • Matthew Veenman
        Sacred Inuksuit: „Traces of comings and goings“
  • té xóow bei den Tlingit im südöstlichen Alaska
    Steinsetzungen, die nichts mit Begräbnissen zu tun haben.
  • Tukilik, Tukiliit (Pl.)
    • Hallendy, N.
      Tukiliit: The Stone People Who Live in the Wind.
      Fairbanks 2009: Douglas and McIntyre, University of Alaska Press.
      tukiliit sind `Dinge, die eine Bedeutung haben´ als Oberbegriff für alle Arten von Cairns, darunter auch Inuksuit.
  • Kerkur auf den Aleuten
    „… at every village and where some mound or kerkur [an off-shore rock] or some outstanding feature, on a cliff, which were strictly prohibited to all women and young men … “ 38)
  • Ulaakan, Umgan auf den Aleuten
    • O’Leary, Matt, Richard L. Bland
      Aleut Burial Mounds: Ulaakan and Umqan.
      Alaska Journal of Anthropology 11.1-2 (2013) 139–168
  • Gurci/Gurei/Curei
    39) am Nordpolarmeer auf der Insel Tschiratschi, den Vorgebirgen Woronow und Motka im Raum der Insel Waigatsch ist nur in einem Expeditionsbericht, darin jedoch mehrfach nachweisbar 40)
    • Die russische Insel Waigatsch Вайгач im Nordpolarmeer gilt den rentierzüchtenden Nenzen als heiliger Ort. »Die Opferhöhe bildete ein Steinhaufen von einigen wenigen Metern ins Geviert der auf einer einzelnen Erhöhung der Fläche lag.« Unter den Steinen fand man Knochen, darunter Rentier- und Bärenschädel, denen das Gehirn entnommen war sowie riesige hölzerne Götzenstatuen aus Holz. 41)
  • Тур (груда камней), Tur (gruda kamnej) oder gurij, guriy (russisch) 42)

Asien

  • Balbal oder Baba, russ. Ка́менные ба́бы 'Steinfrau', ukrainisch балбал, kleinrussich Mamai мамая́ми 43), nicht alle sind Kurgan-Stelen. Auffällig ist die Reduplikation (balbal, baba, mamai, vgl. kerkur, gilgal u.ä.), die als Intensivierung wirkt und als Hinweis auf Vielzahl und Kontinuität gedeutet werden kann 44).
    Wiederholt werden die Steine im Zusammenhang mit Gräbern und Ahnen genannt, als Wächter oder Stellvertreter angesprochen. In Reihen aufgestellt werden sie rituell gedeutet, als Einzelstein können sie auch der Orientierung gedient haben. Erstmals schriftlich erwähnt werden sie in chinesischen Quellen, der persische Dichter Nizami Ganjavi (um 1141–1209) erwähnt steinerne Frauen. In europäischen Quellen erscheinen sie zuerst bei Wilhelm von Rubruk 1253 in der Polovtsian-Steppe. Im Кни́га Большо́му чертежу́ (1627, Buch der großen Zeichnung) 45) heißen sie Demna und dienen als Orientierungspunkte auf Hügeln und an Furten. Steinstatuen markierten die Endpunkte von Wachwegen der Kosaken, dort wurden „Reiseerinnerungen“ (доездные памяти) vergraben 46).
    • Bakhytzhan Kanapʹi︠a︡nov
      Balbal: stone guard of the desert.
      204 S. London 2015: Aitmatov Academy
    • Kyzlasov, L.R.
      The significance of the term balbal in ancient inscriptions. S. 206–208 in: Klyashtorny, S.G., Petrosyan, Yu.A.& Tselniker, S.S. (Eds.): Turkological collection on the sixtieth anniversary of Andres N. Kononov. Moscow 1966: Nauka. 47)
    • Krylova, L.P. (Ed)
      Stone babas. Katalog. Dniepropetrovsk: Promin.
      Крылова, Л.П. (ред.) (1976). Каменные бабы. Каталог. Днепропетровск: Промінь
    • Tryjarski, E.
      Les babas de pierre de Nieborów (Pologne) et la possible affanite de l’une d’elles avec las babas de pierre de Zlatna Niva (Bulgarie).
      S. 891–910 in: I Milletler Avasi Turkoloju Kongresi Istanbul 15-20.X.1973, Istanbul 1975
    • Kaya, E.
      „Balbal“ Sözcüğüne Artsüremli Bir Bakış.
      Kahramanmaraş Sütçü İmam Üniversitesi Sosyal Bilimler Dergisi, 17.1 (2020) 168-178. DOI

Eine überzeugende Deutung steht aus. Angesichts der zeitlichen, räumlichen und kulturen Unterschiede wird es wohl eher mehrere Deutungsmuster geben, die differenzierteste Betrachtung liefert die russische Wikipedia.

  • Steinstatuen der Proto-Indoeuropäer (Jamnaja u.a.) 4.000-2.000 v. Chr., ausgehend von der Kiptschak-Steppe zwischen Irtysch und Donau, in den pontisch-kaspischen Steppen (heute Russland, Ukraine) als Stelenplatten ohne Anthropomorphismus und als anthropomorphe Stelen, letztere dann mit dem Bild eines Kopfes.
  • Steinstatuen der iranischsprachigen Stämme (Skythen) in der Mitte des 1. Jahrtausends BC im russisch-ukrainischen Steppenraum von Rumänien bis zum Kaukasus mit bärtigen Männern sowie drei bis vier Objekten: Horn, Dolch, Schwert, Kelch.
  • Die Balbals der alten Turkstämme (Oghusen usw.) stammen im Altai und in Tuwa aus dem 2.–3., in Zentralasien aus dem 6.–9. Jahrhundert n. Chr., sind in Reihen aus bis zu mehreren hundert Balbals aufgestellt und oft beschriftet (s. Yılmaz 2018).
    • Anıl Yılmaz
      Some Remarks on the Term Balbal of Ancient Turks
      Cihannüma Tarih ve Coğrafya Araştırmaları Dergisi, 4.1 (2018) 1–18 Online
      Eine differenzierte Analyse, die die Balbals unterscheidet nach anthropomorph und nicht, nach einzelnen Statuen oder solchen in einer Reihe, nach Kulturen, Standort usw. Der Autor verweist auf Widersprüche der Begrifflichkeit (Pfeiler, Statue, Steinreihe) sowie zwischen den Deutungen der Forschung und deren Unstimmigkeiten hinsichtlich Etymologie, Überlieferungen und archäologischen Befunden.
  • Steinfrauen als sakrale Kunst der Polovtsy (Kiptschaken) des 9.-13. Jahrhunderts zwischen Südwestasien bis Südosteuropa.
    • Gołębiowska-Tobiasz, Aneta
      Monumental Polovtsian Statues in Eastern Europe. The Archaeology, Conservation and Protection. 196 S. Bibliogr. S. 171–186. DeGruyter 2013. DOI
  • Lab-ce, lab-rce, lab-che, lawdzë (tibetisch); Chörten
    • Schröder, Dominik
      Zur Religion der Tujen des Sininggebietes (Kukunor).
      Frankfurt am Main, Universiẗat, Diss., 1952. In: Anthropos : internationale Zeitschrift für Völker- u. Sprachenkunde, 47-48 (1952) 1-79, 620-658, 822-870, 202-259
    • Thomas Thornville Cooper
      Reise zur Auffindung eines Überlandweges von China nach Indien: mit einem Anhang, die beiden englischen Expeditionen von 1868 und 1875 unter Staden und Browne, und Margarys Reise betreffend
      Costenoble, 1877, 507 S., hier: S. 254
    • Tucci, Giuseppe
      Tibet. Paese delle nevi.
      Novara 1967: Istituto geografico De Agostini.
      Tucci beschreibt den Brauch des Steineauflegens auf der Passhöhe, Gebetsfahnen und Äste in den Steinhaufen und die Beschwörung »Gott ist siegreich« zur Sicherung des weiteren Weges.
  • Siegbert Hummel
    Der magische Stein in Tibet.
    Internationales Archiv für Ethnographie, XLIX, 2 (1960) 224-240.
    Supplement: Die tibetanischen Ma-ni-Mauern als megalithisches Erbe. aaO I.1 (1962) 116-118.
    Steinhaufen La-rtse; Mani-Steine als sukzessive Häufung in Mauerform.
  • Obo(o) bei den Burjaten, Mongolen, Chakassen und anderer türkisch-mongolischer Völker
    • Im engeren Sinne Steinhaufen an Wegen, auf Hügeln, auf Pässen im mongolischen Raum: oboo, owō, owā, oboɣa, owoo als Landmarke, Grenzzeichen, Ort ritueller Handlungen 48).
    • »San tasch, der Fels San, im Kirgisischen, heißt im Mongolischen San tasch obo oder der Gipfel des Felsens San; unter diesem Namen findet er sich auf den Chinesischen Karten an der Quelle des Modoton-bulak, eines Zuflusses des Tub der sich in den Issi-kul ergießt.« 49)
    • Tatár, Magdalene
      Zur Fragen des Obo-Kultes bei den Mongolen.
      Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hungaricae, 24.3 (1971) 301–30, Akadémiai Kiadó, Online
      Eine akribische Bestandsaufnahme der Quellen und Theorien zu Obo mit Belegen für die mongolischen Sprachen, tibetisch, Turk-Sprachen, mit Erzählungen der Volksüberlieferungen, Bauanleitung, detaillierten Beschreibungen von Ritualen.
  • Seo Nang Dang, Sunghwangdang (Koreanisch)
    • Hong, Sun-Kee, Jae-Eun Kim
      Traditional forests in villages linking humans and natural landscapes.
      Landscape ecology in Asian cultures. Springer, Tokyo, 2011. 83-97.
    • Koehler, Robert
      Religion in Korea: harmony and coexistence.
      Seoul 2012: Seoul Selections.
  • Timbun Bula Sarawak 50)
  • Malleret, Louis
    L ’Archeologie du delta du Mekong.
    Band 1: L’Exploration archeologique et les Fouilles d’Oc-Èo’.
    473 pp., 72 Abb., 97 Tafeln. Paris 1959: Publications de I’Ecole française d'Extreme-Orient, vol. XLIII.
    Kap. XVI S. 305–15: Les Tas de Pierres, Tafel LXVa,b, LXVII). Seltsame Steinhaufen in den Ruinen von Oc-Èo werden verglichen mit solchen in Neukaledonien, Tibet, Indien, Vietnam, und auf anderen Kontinenten. Möglicherweise zu einem Begräbnisritual gehörig.

Amerika

Nordamerika ohne Alaska und Kanada

  • Smith, Harlan I., Gerard Fowke
    Cairns of British Columbia and Washington.
    Memoirs of the American Museum of Natural History, 4. Publications of the Jesup North Pacific Expedition, 3.2. New York 1901
  • Haynal, Patrick M.
    The Influence of Sacred Rock Cairns and Prayer Seats on Modern Klamath and Modoc Religion and World View. [Grenzgebiet von Oregon und Kalifornien]
    Journal of California and Great Basin Anthropology 22.2 (2000) 170–185.
  • Mathews, Darcy
    Burial Cairn Taxonomy and the Mortuary Landscape of Rocky Point, British Columbia.
    Master’s thesis, Department of Anthropology, University of Victoria, Victoria, BC 2006
  • Thom, Brian D.
    The Dead and the Living: Burial Mounds and Cairns and the Development of Social Classes in the Gulf of Georgia Region.
    Master’s thesis, Department of Anthropology, University of British Columbia, Vancouver, BC 1995.
  • Park, Robert W., Douglas R. Stenton
    A Hans Krüger Arctic Expedition Cache on Axel Heiberg Island Nunavut.
    Arctic 60.1 (2007) 1–6. Online
  • Xi’xi bei den Chinook im Nordwesten Amerikas

Mittel- und Südamerika

  • Carolyn Dean
    A culture of stone : Inka perspectives on rock.
    XVI, 297 S. Durham, NC 2010: Duke University Press
  • Jett, S. C.
    Cairn Trail Shrines in Middle and South America.
    Yearbook. Conference of Latin Americanist Geographers 20 (1994) 1-8.
  • Apacheta
    in den peruanischen Anden und in Argentinien: `Lastträger´ (Quechua: von apani, ich trage, apachini ich lasse tragen ) 51), ein Ort, wo man eine Last oder Bürde ablegen kann.
    • siehe die spanische Wikipedia
    • Dean, C.
      Rethinking Apacheta.
      Journal of Andean Archaeology 1 (2015) 93-108.
    • Ausführlich über die Bedeutung von Steinen siehe S. 467–470 in: Adolf Bastian
      Die Culturländer des alten America. Ein Jahr auf Reisen: Kreuzfahrten zum Sammelbehuf auf transatlantischen Feldern der Ethnologie
      Band 1 Berlin: 1878 Weidmann. Dort auch die Etymologie zu Apacheta in Fussnote 1, S. 469
    • Steinhaufen in Peru, Bolivien, Argentinien, Guatemala, Mexico (bei den Tarahumares, Tepehuanes)
      Frazer, James George
      The golden bough.
      5 Bde. London 1911, 1912: Macmillan. 3. Auflage, Band 2: 190 f. 205 ff.; Band 5: 2, 204 ff.
      • Amapondo country, cairn to which passers-by added stones in the, IX, 30 N.9
  • Ttoccanca
    aufrechte Steine auf Hügeln. Wanderer spucken darauf, um wieder Kraft zu bekommen. Zuerst erwähnt 1621 und 1649 52)
  • Chakrayuq, Chacrayoq
    Die versteinerten Eigentümer als Wächter des Feldes. 53)

Der Entstehungszusammenhang von Steinsetzungen

Der Zweck und die Umstände der Steinsetzung dürfte entscheidenden Einfluss auf deren Anordnung gehabt haben. Wer wandernd seine Route markieren will, minimiert den Zeitaufwand für den Bau und optimiert die Sichtbarkeit (Umgebungseinfluss).

Steinsetzungen lassen sich äußerlich nach Form und Struktur unterscheiden als:

  • Cairns (gälisch), ein Steinhaufen (engl. heap of stones);
    französisch Galgal, spanisch Montón de piedras
    • geworfen, also ungeordnet gehäuft,
    • gesetzt aus mindestens drei Steinen, weil zwei Steine auch zufällig angeordnet sein können,
    • anthropomorph gesetzt
      Inuksuk (Arktis).
  • Cromlech (walisisch), ein Steinkreis aus Menhiren, auch oval oder rechteckig;
    schwedisch stensättningar, niederländisch steenhopen
    • als »Spiegelei-Typ« mit Steinhaufen im Steinkreis
      »Galla Graves« (Somalia).
    • In den Nilgiri-Bergen [Tamil Nadu, Indien] … »Capt Congreve beschreibt sie so: Einige der Cairn's bestehen aus einer kreisförmigen Mauer 4 oder 5 Fuß hoch und 3 Fuß dick aus unbehauenen Steinen die lose übereinander gehäuft einen Cirkel von ungefähr 8 Fuß im Durchmesser bilden. Ich habe außerdem Doppelkreise von Steinen, den einen innerhalb des andern, von verschiednen Dimensionen bemerkt.« 54)
  • Menhir, eine steinerne Säule (auch: Stele, manchmal Grabstele).
    • monolithisch
    • gesetzt aus Quadern
    • Phallussymbol (→ Herme, Lingam)
  • Dolmen (aus bretonisch taol `Tisch´ & maen `Stein´, ein megalithisches und mehrteiliges Bauwerk als Kollektivgrabanlage (Riesensteingrab, Hünengrab).
    dänisch Dysse, Dyssenkammeret, schwedisch Dös, Dösar, Stendös, engl. chambered tomb, portugiesisch anta, mamra, katalanisch caxa, caixa, arca, niederländisch Hunebed.
    • Urs Schwegler
      Chronologie und Regionalität neolithischer Kollektivgräber in Europa und in der Schweiz.
      321 S. Lexikon S. 259–277, Bibliographie S. 279–302. Hochwald, Schweiz 2016: Librum
  • Laporte, Luc; Jean-Marc Large; Laurent Nespoulous (Hg.)
    Megaliths of the World.
    Oxford 2022: Archaeopress Publishing. Band 1 (S. 1–610) und 2 (S. 613-1428). 150 Autoren decken in 72 Beiträgen den Wissensstand über die weltweiten Funde von Megalithen ab. Vatolahy (Madagaskar) s. S. 1025 ff.

Steine werfen und Steine setzen

Solche Steinmännchen sind weltweit zu finden 55) ebenso wie der Brauch, Steine auf Steinhaufen und Grabstellen zu werfen 56). Für beides (Objekt und Brauch) werden in der Fachliteratur zwei spezifische Objektbegriffe (schottisch cairns und mongolisch obo) auch als Gattungsbegriff verwendet. Der technische Begriff der »sukzessiven Häufung« trifft nur auf das Steinewerfen zu. Eine widerspruchsfreie Terminologie ist nicht in Sicht. Steinmännchen gehören auch nicht zu den Megalithen. Diese sind definiert als Bauwerke aus großen Steinblöcken oder -säulen, die nur gemeinschaftlich erbaut werden können.

Steinsetzungen als Sachsystem

Aus technischer Sicht lassen sich Artefakte hinsichtlich ihrer Funktion (auch mit Mehrfachfunktionen) systematisieren, so lassen sich Steinsetzungen auffassen als:

  • Sachsystem (Stoff), etwa als
    • (Sicht-)schutzmauer für Jäger, Späher, Wächter
      Galed / Jegar-Sahaduta (Arab. Halbinsel), → Varða (Nordeuropa); → HOROΣ (Griechenland); →Chakrayuq (Südamerika)
    • Grabstein(haufen) als Schutz gegen Tiere,
    • Fundament,
    • Opferstein 57)
  • Sachsystem (Energie), etwa
    • Windschutz gegen Kälte,
    • Koch-/Feuerstelle für Wärme,
    • Hinweis auf ein unterirdisches »food cache« (z.B. bärensichere Lebensmittellager (bear cache) in Arktis und Subarktis 58) ).
  • Sachsystem (Information), etwa als
    • Kennzeichen für eine natürliche Besonderheit, z.B. Quelle, Furt, Angelplatz, Anlegestelle;
    • Grenzpunkt, also eine soziale Vereinbarung betreffend und damit ein Ort für
      • Verträge, die durch Eid und Schwur besiegelt werden:
        Gal (Arabische Halbinsel), → Weiße Steine
    • Briefkasten: Depot für Nachrichten
      • Am 6. Mai 1859 fand Leutnant Hobson als Teilnehmer der Suchexpedition von MacClintock auf Point Victory an der Nordwestküste von König-Williamsland unter einem Steinhaufen eine Blechbüchse mit einem Schriftstück der Franklin-Expedition: »Ihrer Majestät Schiffe ›Erebus‹ und ›Terror‹ überwinterten im Packeise am 28. Mai 1847 in 70°5' n. Br., 98°23' w. Gr. Überwinterten 1846-47 auf Beecheyinsel in 74°43'28„ n. Br., 91°39'15“ w. Gr., nachdem sie im Wellingtonkanal bis 77° hinaufgefahren und an der Westseite der Cornwallisinsel zurückgekehrt waren. Sir John Franklin kommandiert die Expedition. Alle wohl!«
      • »Gegen 10 pm kamen wir in die Nähe von Sutherland Island einer kleinen Insel etwas südlich vom Cap Alexander Es war totale Windstille eingetreten und da wir auf der Insel einen Cairn entdeckten bemannten wir ein Boot … erstiegen wir die Insel und fanden bald einen Steinhaufen in dessen Nähe wir nach einigem Suchen eine Thonflasche ausgruben, die ein Papier enthielt, welches durch Nässe sehr gelitten hatte … doch konnten wir die Unterschrift Hartstene USN lesen wussten somit, dass das Papier von der amerikanischen Kane Aufsuchungs Expedition Hartstene's aus dem Jahre 1855 herrühre. Wir verwahrten dasselbe vorsichtig und gingen daran mit grosser Mühe einen besser sichtbaren den Unbilden des Wetters wider stehenden Cairn zu errichten und ein Document beizulegen. … Indessen wurde der Stein Cairn beendet und wir mussten ruhig stehen um als Beigabe einer photographischen Aufnahme desselben durch Mr Grant zu dienen.« 59)
    • Messpunkt
    • Symbol mit besonderer Bedeutung sich entsprechend zu verhalten, etwa
      • das Auflegen von Steinen, Ästen u.a.m. als rituelle Handlung, also
        »Cairns, to which every passer-by adds a stone« 60), belegt etwa in
        • Europa: Oesel, Estland; St. Tredwels und Papa Westray, Orkney Islands; schottisches Hochland; Telemarken, Norwegen; Avestad, Schweden; 61)
        • Amerika: Bolivien (z.B. Puna), Guatemala, Kolumbien, Peru (z.B. Apachitas), Mexico (z.B. Tarahumares, Tepehuanes) 62)
        • Afrika: Südliches Afrika (z.B. Kaffer, Kei River), Basutoland, am Zambesi River, Ostafrika: Uganda, Nyassa-Tanganjika, Tansania (z.B. Wanyamwesi), Westafrika (z.B. Soku), Senegal, Kongo (z.B. Fan) 63)
        • Asien: asiatisches Russland, Indien, Korea, Burma, Bhutan, Tibet 64)
    • Grabmal mit besonderer Bedeutung (Stupa, Kurgan)
      • Johnson Neal
        Early Bronze Age Round Barrows of the Anglo-Welsh Border.
        Oxford UK 2017: BAR.
        Cairns und Barrows werden nicht nur als Grabdenkmäler betrachtet, sondern als Eingriffe in die Landschaft, die durch Manipulation der Natur bestimmten sozialen Anliegen eine artifizielle Form in der natürlichen Landschaft verleiht.
    • Mal als Gedenken oder Mahnung an ein zurückliegendes Ereignis (Schlacht, Sieg, Tod, Unglück, Verbrechen).
      • »heaps of sticks or stones on scenes of Murder« 65)
      • »Cairns near shrines of saints« 66)
      • Nach Königin Victoria 1852: »wo wir einen Cairn bauen sehen wollten, der, nachdem der alte niedergerissen worden, zur Erinnerung unsrer Besitzergreifung dieser geliebten Stätte errichtet werden sollte.« 67)
    • als Sündenbock (engl. Scapegoat) oder Stellvertreter, bei dem etwas abgelegt werden kann.
      • »transference of weariness (fatigue) to heaps of stones« 68): Nicaragua, Guatemala, Peruanische Anden sowie die lying heaps der Dayak in Batang Lupar, Borneo 69).
        Die Sündenbockfunktion ist für die Dayaks auf Borneo sehr schön beschrieben 70):
        Viele Reisende haben die Ehrlichkeit der Dayaks auf Borneo als außergewöhnlich betont. Dort erzählt man sich über die vielen Haufen am Wegesrand, dass jeder Haufen an einen Mann erinnere, der eine unglaubliche Lüge erzählt oder eine Verpflichtung nicht erfüllt hat. Jeder Vorübergehende nimmt einen Stock oder einen Stein, wirft ihn auf den Haufen und sagt dabei: Für den Lügenhaufen von diesem oder jenem. Das geht über Generationen so weiter, bis sie manchmal vergessen, wer die Lüge erzählt hat, aber trotzdem werfen sie weiter Steine.

Steinsetzungen als Teil von Organisationssystemen

Die Sachsysteme können Teil eines Organisationssystems (gewesen) sein und durch einen zielorientierten Handlungsablauf mit weiteren Artefakten verbunden (gewesen) sein, etwa als

  • Kette von Orientierungspunkten, die so zu Wegpunkten oder Wegweisern werden, indem sie eine Routeninformation für die Orientierung bereitstellen, also gab/gibt es einen entsprechenden Weg von X nach Y;
    → Alem (Sahara)
  • Warte, also ein geschützter Platz mit guter Aussicht für Wärter und Sichtachse zu weiteren Warten;
    → Varða (Nordeuropa) → Herma (Griechenland) → Gal (Arabische Halbinsel)
  • Grenzpunkt, also verbunden mit weiteren Grenzpunkten zu einer Linie, die etwas abgrenzt;
    → Horossteine (Griechenland)
  • Messpunkte, also verbunden mit weiteren Messpunkten einer Beobachtungseinrichtung, z.B. zum Anpeilen von Positionen (Sonne, Mond, Sterne) für astronomische Zwecke;
    → Namoratunga (Ostafrika)
  • funktionale Orte in der Landschaft für die gemeinschaftliche Jagd, für Treiber, Schützen, Späher;
  • Ort kultischer Handlungen (z.B. Opfer)
    → Khalwa (Sahara, Sahel) → Hörgr, Öfferröse (Nordeuropa), Gurci (Nordpolarmeer)
    • »offering at cairns« 71): Bhutan, Bolivien, Guatemala, Peruanische Anden, Schweden
    • »Prayers to the sun: at cairns or heaps of sticks or leaves« 72)

Der Informationsgehalt von Steinsetzungen

Steinsetzungen am Weg sind primär Orientierungspunkte in einer Wildnis. Hat sich der Weg wahrnehmbar und eindeutig etabliert, werden sie (meist) überflüssig. An nicht eindeutigen Stellen ( Abzweigungen, Kreuzungen, Richtungsänderungen) bleiben sie funktional.

Über einen zusätzlichen Informationsgehalt können sie nun auch Teil anderer Organisationssysteme oder gar formal institutionalisiert werden, mit charakteristischen Merkmalen als:

  • Meilenstein mit Streckeninformation,
  • Flurkreuz mit Hinweis auf Gewanngrenzen,
  • Bildstock mit Herrschaftszeichen oder Schutzgottheit (Heiligenhäuschen)
  • Phallussymbol als Hinweis auf den schützenden Reisegott:
    Herme, Lingam, Jizo
  • spirituelles Zeichen (Wegekreuz, Stupa, Hermes- oder Merkurkopf mit Flügeln …) als Hinweis auf rituelle Regeln;
  • weißer Stein mit Machtanspruch auf einen Herrschaftsbereich,
  • Malstein mit Hinweis auf den Ort von Rechtsprechung,
  • Grabstein mit Hinweise auf den Toten.

An manchen Steinsetzungen werden die Beschützer der Wege geehrt und angerufen:

  • der acervus mercurii 73)
    • »sicut qui mittit lapidem in acervum Mercurii ita qui tribuit insipienti honorem«
      (Altes Testament, Sprichwörter 26,8)
    • Hofmann, Konrad
      Über Jourdain de Blaivies, Apollonius von Tyrus, Salomon und Marcolf.
      Sitzungsberichte der Philosophisch-Philologischen und der Historischen Classe der K.B. Akademie der Wissenschaften zu München 6. Mai 1871, S. 416-462, hier 425-433 ausführlich zu zum acervus Mercurii, aus dem Luther einen Rabenstein machte und der problematischen Übersetzung aus dem Hebräischen »Οψενδόνη« (Einzelbeleg - vielleicht verlesen aus Ο ψευδόνη?). Online.
  • der Steinhaufen des römischen Merkur
  • die Hermes-Steine der griechischen Antike
  • die Phallus-Steine des Jizō (Japan)
  • der Lingam im Hinduismus
  • die Steine des Kielu Dziewos (Litauen)
  • Stringer, Peggy C.
    An intimate exploration of rock stacking as a sacred art form evoking the numinous experience.
    X, 261 S. PhD. Ann Arbor, MI 2003: UMI.

Symbolisches Handeln

Der Informationsgehalt des geworfenen Haufens

Der Steinhaufen als Orientierungspunkt ist ein Ding, das Information speichert, also ein Werkzeug, das seine Funktion auch noch wahrnimmt, nachdem der Erbauer fort ist. Damit übernimmt es stellvertretend eine Aufgabe für den Menschen.
Der Erbauer als erster Begeher einer Route ist ein Suchender und setzt die ersten Steinhaufen mit dem Ziel,

  1. den Rückweg wiederzufinden, weil er nicht weiß, wohin er gelangt;
  2. Nachfolgenden anzuzeigen, wohin er gegangen ist.

In diesem Entstehungszusammenhang muss der Anfangshaufen bei minimalem Aufwand so gebaut sein, dass er aus der Ferne kommend aus beiden Richtungen gesehen werden kann. Dafür mögen drei Steine genügen oder dreißig oder dreihundert.
Für alle Nachfolgenden sind die Steinhaufen nurmehr das Mittel an dasselbe Ziel zu gelangen (Verwendungszusammenhang). Jeder ab jetzt geworfene Stein ist nicht mehr funktional, sondern symbolisch. Der geworfene Haufen ist nie fertig, sondern immerfort wachsend durch die unentwegte Teilhabe aller, die ihn passieren. Er wächst jedoch nur, wenn bestimmte Grundregeln eingehalten werden:

  1. Jeder trägt etwas dazu bei, indem er einen Stein auflegt. Es nicht zu tun, bringt Unglück.
  2. Jeder darf nur einen Stein auflegen, so dass alle im selben Maße beitragen.

Diese schlichten Steinhaufen werden dadurch über ihre Funktion als Landmarke hinaus mit Bedeutung aufgeladen, haben also innere Bewegung ausgelöst, etwa:

  • sie zu finden, mindert die Einsamkeit des Wanderers in der Wildnis, denn es waren schon Menschen an diesem Ort, also enthält der Steinhaufen etwa Menschliches;
  • sie zu sehen wirkt erleichternd und nimmt eine Last von der Seele, etwa die Sorge sich zu verirren;
    • altgr. άχθος öxoos bedeutet Last, Sorge, Haufen, Grab und ist eine Metapher für Unangenehmes;
  • der Steinhaufen wirkt beruhigend, weil jeder Stein das Wissen derjenigen bestätigt und speichert, die bereits hier waren, verlangt also Respekt vor dem angesammelten Wissen der Ahnen;
  • jeder Stein des Haufens enthält die Botschaft »Ich war hier!« und einen Stein hinzuzulegen bereichert durch das Gefühl der Zugehörigkeit: der Einzelne wird Teil der Anderen: alle gehen dieselben Wege;
  • etwas zurückzulassen verbindet den Wanderer mit der Landschaft;
    • Rituell praktiziert erscheint dies als Speise- oder Trankopfer, etwa wenn im tibetischen Raum etwas Tsampa auf dem Pass niedergelegt oder in die Luft geworfen wird. Damit wird das Wegzeichen zum Altar, wie dies auch die Gebetsfahnen auf den tibetischen und mongolischen Pässen ausdrücken.
    • In Tirol heißt dies dem »Bergfräulein opfern« 74).
  • der Orientierungshilfe zu folgen, ist ein Akt des Glaubens.

Wanderer, die beim Passieren einen Stein hinzulegen oder einen Stock hineinstecken, handeln sowohl rational als auch symbolisch. Sie helfen damit anderen und sie bedanken sich. Diese Phänomene - Steine setzen und werfen - scheinen bislang nur anekdotisch beschreibend behandelt worden zu sein. Manche Beobachtungen wiederholen sich und bieten Ansätze für ein mögliches Muster:

  • Dieser Ritus findet sich nie innerhalb von Ortschaften sondern immer entlang der Wege (Hellwege, Rennwege) und an exponierten Geländestellen außerhalb 75).
    Zwischenraum, Übergang, Wildnis
  • Es wird etwas gegeben, doch kommt es weder auf die Menge an, noch auf die Art des Gegenstandes. Neben den dauerhaften Steinen können das Knochen, Äste, Laub, oder einfach nur Staub sein.
    Erde, Weltbild
  • Es bringt Glück, dem Haufen etwas hinzuzufügen, und Unglück, das nicht zu tun.
  • Der Ritus am Steinhaufen kann heilen, man kann Müdigkeit, Kummer und Leiden dort lassen.
  • Niemand wird angebetet, aber es wird um etwas gebeten.
  • Der Haufen gilt als Zeuge.
  • Der Haufen ist kein Grab, wird aber oft als solches bezeichnet.
  • Die Figur des Trickster ist wiederholt mit Steinhaufen verbunden; der Name des Hermes rührt daher.
    Reisegötter
  • Die Steinhaufen und die Steinriten sind oft verbunden mit der Vorstellung der Totenruhe. Im deutschsprachigen Raum erscheint der `Tote Mann´ als Flurname in allen Regionen.

Steinhaufen gelten in vielen Kulturen als obskur. Das mag daran liegen, dass sich ein Haufen nicht definieren lässt (Sorites-Paradoxon). Beim ersten Stein ist der Haufen nur in der Vorstellung enthalten. Die Handlung enthält dagegen immer das Aneignen (acquisitio) des Steins und das Teilen (divisio) mit den anderen auf dem Haufen.

Letztlich enthalten sie eine grundlegendere Bedeutung als als Steinsetzungen. Jede geregelte Setzung setzt Regeln voraus (von wem?), kommt an ein Ende (auch der Teilhabe), wird fertig zu einem bestimmten Zweck. Diesem Zweck unterwerfen sich alle Späteren. Insbesondere einen Grenzstein oder einen Altar zu bewerfen, hieße ja ihn zu missachten. Hier liegen die Ursprünge des »Rechts« (gr. nomós < nemein: nehmen und teilen), weil der Haufen den Raum teilt, aber gemeinschaftlich bleibt und nicht in Dein und Mein geteilt zerfällt. Die Handlung, den Stein auf den Haufen zu werfen, ist ein Versprechen, sich an die Regeln zu halten und damit als »Versprechen die entscheidende moralisch-politische Handlung in der unabsehbaren Welt menschlicher Angelegenheiten …« 76).

Literatur

  • Alexandre Chollier
    La pierre et le cairn. Réflexions sur le lieu et le monde.
    Communications, 87.2 (2010) 137-141.
  • Alexandre Gillet
    Le cairn et l'espace ouvert : géographie, géopoétique, géographicité.
    Diss. bei Bertrand Lévy und Claude Raffestin. 474 S. Genève 2008: Université de Genève Faculté des sciences économiques et sociales. DOI
  • Philippe Hameau
    Erecting cairns is it enough to talk about dry stone? Reconciling practice, performance and symbolism.
    XVII International Congress on Dry Stone. ‘’Dry stone perspectives: challenges after the UNESCO inscription’’ Cavtat, Croatia, October 1-2 2021. Online
  • Werner Nohl
    Über die Rezeption der Eigenart.
    Berichte der ANL 21 (1997) 25-37. Online
    Reflexion über landschaftliche Eigenart (landscape character)

Etymologie

Ägyptisches krkr ist ein semitisches Lehnwort 77) für `Steinhaufen´.

  • Francesco Perono Cacciafoco
    Continuity in European Toponomastics: the (Pre-)Indo-European *kar- / *kal- Root in the Pre-Latin Ligurian Toponymy.
    Annals of the University of Craiova: Series Philology, Linguistics XXXVII.1-2 (2015) 121-138
    Der Autor beschäftigt sich auch mit der eigenartigen Verdoppelung (Reduplikation) der Wurzel *kar- im italienischen (ligurischen) Ortsnamen Carcare < Carcaris.
  • Deutsches Wörterbuch (Jacob Grimm und Wilhelm Grimm): kar
    »aber das alpenwort, das auch in vielen namen von bergen, gletschern und bergtheilen daselbst auftritt, wie Karwendel, Gamskârkogel, Kârwant, Tischlkâr, Eiskâr, greift weiter in die vorzeit.
    In den Schweizer alpen ist kar oder karre f. verschiedentlich kahler fels, oder groszes felsstück in einem brachboden, oder eine strecke voll klippen mit etwas grün dazwischen, s. Stalder 2, 87; davon karrenfeld, karrenfläche Rochholz Schweizersagen 1, 358.
    Schmeller erinnert an ags. car, carr fels, und schott. corrie (demin.), feuchte vertiefung zwischen höhen, mit guter weide, also dem bair. demin. ganz entsprechend.
    Stalder bringt auszer semitischen, asiatischen ähnlichkeiten kelt. und nord. wörter zur vergleichung; kelt. ist car fels, gewöhnlich carreg, carraig, crag u. a. (vgl. Diez 603 zu dem provenz. crau), gael. ir. càrn steinhaufe als leichenhügel, denkmal, càrnanaich hochländer, gebirgsbewohner, u. a.; schott. cairn steinhaufe, kairs pl. felsen mit öffnung hindurch, nordengl. carrock steinhaufe als grenzmark.
    aber engl. dial. car ist, dem /Bd. 11, Sp. 205/ bair. kar näher tretend, niederung, marschgrund, auch erlengrund u. ä. Halliwell 231b, und das ist wol auch in der Karrharde an der westküste Schleswigs (mit einem orte Karlum) enthalten, vgl. den namen Karmarsch. schott. ist kair sumpf, ebenso isl. ker, dän. kär, kjär, norw. kjerr, schw. kärr. merkwürdig noch schwäb. kareisig steinig, felsig, kareisiger boden Schmid 305.
    bei Rietz 310b schw. kart m. stein, und steinhaufe als ackergrenzzeichen. vgl. auch nord. skär, sker fels.
    das grelle auseinandergehen der bedeutungen in fels und niederung, stein und sumpf widerspricht nicht notwendig der urspr. einheit des offenbar uralten europ. wortes«
  • Hubschmid, Johannes
    Die Stämme *kar(r )- und *kurr- im Iberoromanischen, Baskischen und Inselkeltischen.
    Romance Philology 13.1 (1959) 31–49. Online.
    zu hörgr S.40 cf 12;
    zu currick S. 47
  • Hummel, S.
    Some remarks on the Ural-Altaic substrate in Old Canary and Etruscan languages as a contribution to linguistic neolithic anthropology in Eurasia and North Africa.
    Gegenbaurs morphologisches Jahrbuch 134 (1988) 53–57 mit Belegstellen zum Steinhaufen und den Wurzeln gl(gr) `rund´ und kr `spitz´.
  • Eisler, Robert
    Zur Bedeutung von „Ṣion“.
    Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 73.7/8 (=NF 37) (1929) 320–25. Online
    Anhand zahlreicher Textbelege aus der Bibel werden Zusammenhänge von hebräisch (sion) und arabisch (zuia) erörtert und gedeutet als Analogien zu cairns, hermaia, für weiße Steine als Zeichen für Gräber, als Wegweiser in der Wüste, als Malstein;
    abgeleitet von der Wurzel `aufstellen´ (gr. stele);
    Hinweis auf galilim `Steinkreis´, gelalim `Steinhaufen´, gillulim `Götze´;
    Hinweis auf kerkur und rejem in Fußnote 3, S. 323;
    Hinweis auf die altägyptische Hieroglyphe für Steinhaufen, mit Stock und Tuch u.a.m.
  • Manfred Hutter
    Kultstelen und Baityloi. Die Ausstrahlung eines syrischen religiösen Phänomens nach Kleinasien und Israel.
    S. 87–106 in: Janowski, Bernd ; Koch, Klaus ; Wilhelm, Gernot (Hg.): Religionsgeschichtliche Beziehungen zwischen Kleinasien, Nordsyrien und dem Alten Testament: Internationales Symposion Hamburg 17.–21. März 1990. Freiburg/ Göttingen 1993: Universitätsverlag / Vandenhoeck Ruprecht DOI
    Bezeichnungen für Kultstelen/Baityloi (keine Grabstelen) sind verbunden mit kultischen Handlungen, dienen als Zeuge, können Vertragsstelen sein:
    • syrisch: sikkanum
    • hethitisch: na4 ZI.KIN = na4 huwasi
    • hieroglyphen-luwischen: waniza
    • im Alten Testament: Masseben

Kulturenübergreifend

  • Andree, Richard
    Die Steinhaufen. Eine ethnographische Musterung
    In: Globus. Illustrierte Zeitschrift für Länder- und Völkerkunde Braunschweig 27 (1875) 183 (Teil 1), 199 (Teil 2)
  • Ferguson, James
    Rude Stone Monuments in All Countries: Their Age and Uses
    559 S. John Murray London 1872
  • Fitzhugh, William W.
    Mongolien Deer Stones, European Menhirs, and Canadian Arctic Inuksuit.
    Collective Memory and the Funktion of Northern Monument Tradition.
    In: Journal of Archaeological Method and Theory 24.1 (2017) 149–187
  • Haberland, Karl
    Über die Sitte des Steinwerfens und der Bildung von Steinhaufen
    in: Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft 12 (1890) 289-309
  • Inman, Thomas
    On Ancient Pillar Stones and Cairns Their Antiquity the Extent of Country Over Which Their Use Extended and Their Signification.
    Being an Essay read at the Liverpool Literary & Philosophical Society. V, 32 S. Liverpool 1867: Adam Holden. 50 Abbildungen auf Tafeln Online
  • Olstad, Tyra A.
    Cairns: An Invitation.
    Focus On Geography; New York 62 (2019) 1. Online
  • Marshall Sahlins
    The New Science of the Enchanted Universe. An Anthropology of Most of Humanity.
    208 S. Princeton University Press, Princeton 2022.
    Rezension von Heike Behrend: Den Geistern zu ihrem Recht verhelfen. FAZ 27.08.2022
  • Martin Scharfe
    Berg-Sucht. Eine Kulturgeschichte des frühen Alpinismus 1750-1850.
    382 S. Wien 2007: Böhlau. Inhalt, z.B. die Abschnitte Orientierung 2.2. Steinmann 5.2
  • Williams, David B.
    Cairns. Messengers in stone.
    158 S. Seattle 2012: Mountaineer Books.

In der Bronzezeit (Northamptonshire)

  • Harding, Jan, Frances Healy, Aidan Allen
    A neolithic bronze age landscape in Northamptonshire.
    XVIII, 324 S. Swindon 2007: English Heritage. Inhalt u.a.:
    3. The development of the monuments [mounds, cairns]
    4. Ceremonial practice and mortuary ritual
    5. Raunds in the region [Zeitraum 5.000 BC bis 1.000 BC]

In der römischen Antike

  • Laurence, Ray
    Milestones, Communications, and Political Stability.
    In: Linda Ellis und Frank L. Kidner (Hg.)
    Travel, Communication and Geography in Late Antiquity. Sacred and Profane. 2017: Taylor and Francis Ltd., S. 38–49.
  • Kolb, Anne
    Meilensteine. Stand der Forschung und Probleme.
    In: Regula Frei-Stolba (Hg.): Siedlung und Verkehr im Römischen Reich. Römerstraßen zwischen Herrschaftssicherung und Landschaftsprägung. Akten des Kolloquiums zu Ehren von Prof. H. E. Herzig vom 28. und 29. Juni 2001 in Bern. Unter Mitarbeit von Heinz Herzig. Bern 2004: Lang, S. 135–156.

Im deutschsprachigen Raum (Mittelalter)

  • Andree-Eysn, Marie
    Hag und Zaun im Herzogthum Salzburg.
    Abgedruckt aus dem Aufsatze des Fräulein Marie Eysn im Hefte 11 u. 12 ex 1898 der „Zeitschrift für österreichische Volkskunde“ Herausgegeben vom Executiv-Comité für die österreichische landwirtschaftliche Collectiv-Ausstellung in Paris 1900. Wien: Aus der k.k. Hof- u. Staatsdruckerei.
  • Ankert, Heinrich
    Stein- und Reisighäufungen im nördlichen Böhmen.
    in: Zeitschrift für Österreichische Volkskunde, 7 (1901) 22
  • Azzola, Friedrich Karl
    Zur Nomenklatur der steinernen Flurdenkmäler und frühen Grabsteinformen.
    In: Das Steinkreuz 21 (1965) 14–16.
  • Bächtold-Sträubli, Hanns, Eduard Hoffmann-Krayer
    Steinhaufen, Steinopfer, Steinwerfen.
    S. 406-413 in: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 8. Berlin 1937: De Gruyter
  • Richard Henninger
    Sichere Grenzen schaffen Frieden – über die Entwicklung und das Wesen der Siebenerei.
    In: ZFV Zeitschrift für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement, Heft 4 (2011) 233–238
  • Hentschel, Karl-Heinz
    Grenzzeichen, Untergänger und „Geheime Zeugen“: von ägyptischen Feldmessern bis zu den „Siebenern“.
    In: Hierzuland 3. 1 (1988) 34-45
    `Siebener´ sind als Feldgeschworene seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar. Es sind Hüter von Grundstücks- und Gemarkungsgrenzen, die Grenzsteine setzen und versetzen dürfen.
  • Hentschel, Karl-Heinz
    Von Geleitsteinen und heilsamen Dreimärkern.
    In: Weingartener Heimatblätter 3 (1986) 15-19
  • Hermsdorf, Horst, Yves Hoffmann
    Über das Setzen von Steinkreuzen.
    Zum Neufund eines mittelalterlichen Steinkreuzes in Naundorf bei Freiberg.

    Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins 100 (2007) 45-58.
  • Iggensen, Jochen
    Steinkreuze im Kreise Hagenow.
    In: Informationen des Bezirksarbeitskreises für Ur- und Frühgeschichte Schwerin 12 (1972) 39-42
  • Rainer Leng
    Grenzen, Steine, Sechsersprüche.
    Die dörfliche Rechtspraxis im Spiegel des Frammersbacher Sechserbuches.
    Königshausen und Neumann, Würzburg 2017
  • Liebrecht, Felix
    Die geworfenen Steine
    in: Germania. Vierteljahrsschrift für deutsche Alterthumskunde 22 (1877) 21-33
  • Nostiz, Anton
    Die Kreuze am Wege.
    in: Lausizische Monatsschrift, 12 (1796) S. 325-327, 328-329
  • Schneider, Wilhelm
    Die Erpfinger Höhle - ein vor- und frühgeschichtlicher Opferplatz.
    75 S. Tübingen 1999: Selbstverlag.
    Kapitel: Das Weiterleben eines alten Kultes: Das Opfern von Steinen

Der Tote Mann

  • Beschorner, Hans
    Tote Männer und verwandte Flurnamen in Sachsen.
    in: Sächsischer Flurnamensammler, 9 (1936) 9-16; 10 (1936) 17-23
  • Busch, Emil
    Steinerne Sühnekreuze und der todte Mann.
    in: Mittheilungen der Niederlausitzer Gesellschaft, Band 6.1 (1899) 37
  • Christmann, Ernst
    „Am toten Mann“ - „Totenkopf“ - „Rennpfad“ oder „-weg“. Zugleich ein Beitrag zur Römerstraßenforschung.
    In: Pfälzer Heimat 6 (1955) 23-28 Online
  • Dornseiff, Franz
    Der deutsche Wortschatz: Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen.
    Berlin 1970: De Gruyter. S. 211:
    Namen der Stein- und Reisighaufen als Totenmale.
  • Marie Eysn
    Reisichthäufung in Nieder-Österreich.
    Zeitschrift des Vereins für Volkskunde, 8 (1898) 544-456.
    Mit Quellen zur Reisichthäufung über `Toten´ als Beleg der weltweiten Verbreitung: Andree, Ethnograph. Parallelen, 46—88. Liebrecht, Zur Volkskunde, S. 267ff. K. Weinhold: Altnordisches Leben. 474 ff. Krauss, Mitteil. d. Wiener AnthropoL Gesellschaft 1885. Verhandl. d. Ber. anthrop. Gesellschaft 1894, S. 254. Ztschr. f. Ethnol. 1888, S. 288. 1893, S. 282. Zeitschr. f. Völkerpsychol. XII, 239. 309. Zeitschr. f. österr. Volksk. I, 296. III, 3. Urquell I, 121. IV, 15. 53. 173. V, 235. VI, 220. Schwally: Leben nach dem Tode nach den Vorstellungen des Judentums, S. 52 f. Priklonski/Krauss: Schamanentum der Jakuten 1887. 0. Baumann: Durch Massailand zur Nilquelle, 207.
  • E. Grohne
    Der tote Mann.
    Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskunde 1 (1923) 73 ff.
  • Haupt
    Der „Todte Mann“ und der „Todte Junge“.
    in: Schlesische Provinzblätter Breslau, Neue Folge, 6 (1867) 475-476
  • Hentschel, Karl-Heinz
    Der Ettlinger „Tote Mann“ aus neuer Sicht.
    In: Hierzuland 9.18 (1994) 48-59
  • Herr, Oskar
    Steine am Wege. Die Zeugen mittelalterlichen Rechts in der Preussischen Oberlausitz.
    15 S. 1 Kt., 102 Originalaufnamen, 31 Tafeln. Naturforschende Gesellschaft zu Görlitz [Museum] 1929.
    Flurnamen: Der tote Junge, Totenmannsweg, Totenmannshau
  • Hoffmann-Krayer, Eduard
    Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 8 Silber - Vulkan. 2021
    S. 413 mit Verweis auf Grohne. Der Flurname „Toter Mann“ ist mit den Steinhaufen verbunden.
  • Lamprecht, Otto
    Der tote Mann.
    in: Blätter für Heimatkunde (Graz), 5 (1927) 12-16
  • Rothe, Manfred
    Vom „Toten Mann“ bei Bergheide.
    in: Finsterwalder Heimatkalender, 30 (2003) 41-43
  • Schmauks, Dagmar
    Der tote Mensch als Zeichen.
    Zeitschrift für Semiotik 27.4 (2005) [321]-509
  • Schmidt, Rudolf
    Der „Tote Mann“ in brandenburgischen Landen.
    Das Kleindenkmal 7 (1983) 2
  • W. von Schulenburg u.a.
    Landeskunde der Provinz Brandenburg.
    Berlin 1912: Reimer. Bd. 3, S. 260
  • Fr. Sieber
    Der „Tote Mann“ in den beiden Lausitzer und den Nachbarlandschaften.
    Abhandlungen und Berichte der Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz, zugl. Geschichtsverein für Bautzen und Umgebung 8 (1930) 33-49 Online
  • Winter, Reinhold
    Der Tote Mann, eine Urform der Totenpflege.
    in: Niederlausitzer Mitteilungen 18 (1927) 196-203

Weißer Stein (albus lapis)

  • »ich leiste einen Eid bei jenem geweihten weißen Steine, daß ich mit Dietmars Sohn nichts zu schaffen hatte«
    Gudrubs Schwur im dritten Lied der älteren Edda, zitiert nach: Johannes Baptista Friedreich: Die Symbolik und Mythologie der Natur. Würzburg 1859 S.122
  • Skirados … bei Delphoi, der Skiras `Gipsfelsen´ bezeichnet öfter Athenaheiligtümer an Trauerfelsen, kennzeichnet den Zugang in die Unterwelt, Athena skiras ist die weiße, harte Göttin … weißer Stein kennzeichnet Grenzen außerhalb der Polis, etwa Weideland 78); Scheria »im äußeren Meer« (Homer Odyssee 5, 440 ff) > Kerkyra > Korfu
  • »Quer über den Stein geht die Grenzlinie [Kirchspiel Koprina, Grenze Russland-Schweden]. Die Bauern nennen diesen Stein Walkia kiwi, der weisse Stein, obgleich er grau von Farbe ist.«
    S. 97 in: Peter von Köppen
    Erklärender Text zu der ethnographischen Karte des St. Petersburger Gouvernements.
    Commissionäre der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg 1867
  • Klüber, Johann Salomon
    Instruction für verpflichtete Landesschieder, Grenzsteinsetzer, Marker, Feldgeschworne, Feldsteupler, Feldschieder, Siebener, Umgänger oder Untergänger.
    Erlangen 1838
  • Oettinger, Johann
    Tractatus de iure et controversis limitum ac finibus regundis, oder gründlicher Bericht von den Gräntzen und Marcksteinen.
    Ulm 1642
  • Philippi, Nikolaus
    Grenzsteine in Deutschland.
    Entstehung und Geschichte der Grenzsteine als
    Steinere Zeugen in Wald und Flur.
    Bad Langensalza 2009

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1)
Steiner, Thaddäus
Bildhafte Bergnamen.
Namenkundliche Informationen 99/100 (2011) 145-151. Online
2)
Karlinge (so auch polnisch, russisch, ukrainisch) zeigen auf mindestens zwei Seiten Karen auf, kesselförmige Mulden an Berghängen mit flachem Boden und steiler Rückwand, die durch das Fließen der Gletscher entstanden. Die Erosion an den Flanken erzeugt einen steilen Gipfel mit scharfen Graten. Ragen diese Felsspitzen ringsum aus dem Eisstrom, nennt man sie Nunatak.
3)
Petermann, A.
Die Deutsche Nordpol-Expedition. Gotha 1868: Perthes, S. 11
4)
L. Almásy, zit. nach: László Vajda: Ethnologica. Otto Harrassowitz Verlag, 1999
5)
Der Aufgang der Menschheit. E. Diederichs, Jena 1928. S. 125–126
6)
ebenso Haussa halwa, türk. halvet, indisch khalwat, persisch chalwat
7)
Frankl, P. J. L.
The Word for ‘God’ in Swahili. Journal of Religion in Africa 20.3 (1990) 269–75. DOI
8)
Quellen siehe Schmidt 2014, zur Etymologie S. 58
9)
Vedder, H., 1938. Alte Grabstätten. Afrikanischer Heimatkalender. Reprint: Wackwitz, A. (ed.). Am Lagerfeuer. Windhoek: Meinert, S. 9-12
10)
Quellen siehe bei Schmidt 2014, S. 28
11)
siehe Schmidt 2017 mit Verweisen auf p. 344: Bryant, The Zulu People, p.732: Callaway, The Religious System of the Amazulu, p.66: Bryant, Dictionary, p.682: Doke-Vilakazi, Dictionary, p.836; Leslie, Among the Zulus and Amatongas, p.146: Kidd, The Essential Kaffir, pp.263 f.: Jenkinson, Amazulu, p.33. Spitting on the stone is mentioned by Bryant, Callaway and Kidd.
12)
Quellen siehe Schmidt 2014, S. 28, 53, Etymologie 60
13)
Quellen siehe bei Schmidt 2014, S. 55
14)
NN Menhirs in Madagaskar. Globus 67 (1895) 253–254 mit Verweis auf weitere Berichte von Reisenden u.a. von Dr. Catat in Globus 59:123; 63:375–392;
Louis Catat
Voyage à Madagascar.
Paris 1895: Hachette et Cie, darin S. 382–383, 391;
James Sibree
The great African Island. Chapters on Madagascar.
London 1880: Trübner u.a.
15)
1 Sam 4,1; 5,1; 7,12. Griechisch Αβεν (ν) εζερ; lateinisch lapis adiutorii. Als Ort identisch mit Izbet Ṣarṭa oder weniger wahrscheinlich mit Dēr Abān
16)
Steinhaufen über einer Leiche, Grabhügel, Grab, Graben, Brunnen, Julius Theodor Zenker: Türkisch-Arabisch-Persisches Handwörterbuch Band 2. 1876 S. 460 Reğem; verwandt mit ar. ramz `Zeichen´?
17)
S. 81 in: Thomas Pennant
Reise durch Schottland und die Hebridischen Inseln
Band 2. Weygand, 1780
19)
Hubschmid 1959
20)
von Gansauge, Hermann: „Ueber Stein-Denkmäler und den Stein-Cultus in ältester Zeit.“ Bonner Jahrbücher 43 (1867) 92-106. S. 99, cf 22
E. Cartailhac: La France préhistorique. Paris, Alcan, 1896, S. 174
21)
Falls die etymologische Deutung zutrifft, gab es im Baskischen keine Cairns, denn das Baskische ist keine indogermanische Sprache.
22)
William Smith
A Dictionary of Roman and Greek Antiquities with Nearly 2000 Engravings on Wood from Ancient Originals …
Appleton New York 1874.
https://en.wiktionary.org/wiki/%E1%BC%95%CF%81%CE%BC%CE%B1
23)
S. Eitrem: Hermes. in: Pauly's Real-Encyclopädie d. class. Altertumswiss. Neue Bearb., XV. Halbband, Sp.738-792
24)
Curtius 1902
25)
Radulović 2015
26)
Engelmann, H., Merkelbach, R.
οὖρος, ὅρος. ZPE 8 (1971) 97-103.
Ober, Josiah
Greek Horoi: Artifactual Texts and the Contingency of Meaning.
Kapitel 9 in: Princeton, NJ 2018: Princeton University Press
Dobias-Lalou, Catherine
οροι / fines : un cas de bilinguisme?
In: Des formes et des mots chez les Anciens. Besançon 2008: Institut des Sciences et Techniques de l'Antiquité. S. 63-74. Online
Casevitz, M.
Les mots de la frontière en grec.
in: La frontière, Travaux Maison Orient 21 (1993) 21-22.
Gschnitzer, F.
Zur Terminologie der Grenze und des Gebietes im Griechischen.
in: E. Olshausen (Hg.): 4. Stuttgarter Kolloquium zur historischen Geographie des Altertums 1990 (1994) 21-33.
Van Effenterre, H. und M.
La terminologie des bornage frontaliers.
in: 4. Stuttgarter Kolloquium zur historischen Geographie des Altertums 1990 (1994) 111-125
27)
Kretzenbacher, Leopold
Rechtssymbolik im Sozialbrauchtum Südosteuropas.
Südost-Forschungen 31 (1972) 239-266.
Gerndt, Helge
Kultur als Forschungsfeld. Über volkskundliches Denken und Arbeiten.
München 1981 S. 38
Edmund Schneeweis
Serbokroatische Volkskunde, I: Volksglaube und Volksbrauch. de Gruyter 1961 DOI
Trojanović, Sima
Lapot i prokletije u Srba.
[Greisenmord und Fluchhügel] Beograd 1898: Radikalna štamp.
Der Areopag in Athen wird von einigen etymologisch als Sühnehügel oder Fluchhügel gedeutet.
28)
Hubschmid 1959; Nikolaev, Alexander: Time to Gather Stones Together: Greek and Its Indo-European Background. Proceedings of the 21st Annual UCLA Indo-European Conference. Bremen: Hempen. Vol. 189. 2010, S. 189-206.
29)
Springer 1951
30)
v. Treitschke hist. u. polit. aufsätze5 2, 25. zit. nach „wartleute“, Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=W07542
31)
zahlreiche Ableitungen siehe Zoega, Geir R.: A concise dictionary of old Icelandic. Oxford 1910: Clarendon Press. S. 472.
Moore, A. W.: The surnames & place-names of the Isle of Man. With an introduction by Professor Rhŷs. London 1890: E. Stock. S. 287: Varða = cairns, Vörðu-fjall > Wardfell > deutsch `Warte´, Varð-berg
32)
Christfrid Ganander Thomasson's finnische Mythologie. Übersetzt und bearbeitet von Christian Jaak Peterson. 128 S. Reval 1821: C. Dullo S. 110
33)
M. Alexander Castrén's Vorlesungen über die finnische Mythologie. Aus dem Schwedischen von A. Schiefner. XII, 340 Seiten Kaiserliche Akademie der Wissenschaften ; St. Petersburg, Leipzig 1853: L. Voss. S. 110/111, Fussnote 1 über Erdgottheiten.
34)
S. 260 in: M. Alexander Castren
Nordische Reisen und Forschungen: Kleinere Schriften.
St. Buchdruckerei der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Petersburg 1862.
Erklärungsbedürft ist: Jättar (Riesen) haudat (Grube)
35) , 37)
Christfrid Ganander Thomasson's finnische Mythologie. Übersetzt und bearbeitet von Christian Jaak Peterson. 128 S. Reval 1821: C. Dullo S. 111
36)
Suomen muinaismuistoyhdistyksen pöytäkirjat : Finska fornminnesföreningens protokoll. 1. 1870-1875. pöytäkirjat. IV, 405 S. Helsinki 1909: Suomen Muinaismuistoyhdistyksen S. 88
38)
West, Dixie, Debra G. Corbett, and Christine Lefèvre. „Petroglyphs from Gillon Point, Agattu Island, Aleutian Islands, Alaska.“ Arctic anthropology 48.2 (2011): 18-24.
39)
die Schreibweise variiert zwischen den Ausgaben des Reiseberichtes
40)
Viermalige Reise durch das nördliche Eismeer auf der Brigg Nowaja Semlja in den Jahren 1821 bis 1824 ausgeführt vom Kapitain-Lieutenant Friedrich Litke [auch: Lütke]. Aus dem Russischen übersetzt von A. Erman. Berlin 1835: G. Reimer:
S. 281: Steinhaufen (gurci) auf dem Vorgebirge Motka
S. 292: das auffallende Vorgebirge Scharapow auf dessen Endspitze sich ein großer und spitz zulaufender Steinhaufen befindet welchen die Jagdreisenden Promischlenniki das Thürmchen (baschenka) nennen
S. 351: [die] niedrige Insel Tschiratschi welche eine platte Oberfläche … Ein Steinhaufen (gurci/gurei/curei) steht auf derselben …
Alle diese Inseln stehen sowol unter sich als auch mit dem Ufer von Waigatsch durch Riffe in Verbindung …
Das Woronower-Vorgebirge ist der ausgezeichnetste Punkt desselben. Es hat 250 bis 300 Fuß Höhe und eine runde Oberfläche auf welcher ein Steinhaufen oder ein Kreuz steht …
41)
Nordenskiöld, A. E.\\ Die Fahrt der Vega um Asien und Europa.
Nach Nordenskiöld's schwedischem Werke bearbeitet von A. E. Wollheim da Fonseca. Berlin 1883: Janke, hier S. S. 58- 59
42)
https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A2%D1%83%D1%80_(%D0%B3%D1%80%D1%83%D0%B4%D0%B0_%D0%BA%D0%B0%D0%BC%D0%BD%D0%B5%D0%B9)
43)
Эварницкий Д. И.
Каменныя бабы. Исторический вестник. СПб., 1890. Т. 41. С. 191
44)
»like a reduplication bal-bal, which is not a productive device in Turkic, giving the whole word an un-Turkic look« Vovin, Alexander
The End of the Altaic Controversy In Memory of Gerhard Doerfer.
Central Asiatic Journal 49.1 (2005) 71–132. Online.
Diese fast immer anthropomorphen Steinstelen finden sich in Südrussland, der Ukraine, Südsibirien, Zentralasien, in der Türkei und der Mongolei, besonders in den Gebieten Jekaterinoslaw (428), in Taganrog (54), in der Provinz Krim (44), in Charkiw (43), bei den Don-Kosaken (37), am Jenissei (12), in Poltawa (5) und Stawropol (5) ((Piskariev, A. I.
On origin of stone balbals in Russian. Notes of the Russian Archaeological Society, III (1851) 205-220.
Пискарев, А.И. О местонахождении каменных баб в Росии. Записки Русского Археологического Общества, Т. III, 205 – 220. Siehe auch Piskarew
45)
поновленная въ Языковъ Дмитрій and Yudin Collection (Library of Congress). 1838. Книга Большему Чертежу Или Древняя Карта Россійскаго Государства Izdanīe vtoroe ed. Sanktpeterburgʺ: Въ Типографіи Императорской Россійской Академіи.
46)
Евграф Савельев
История Дона и Донского казачества.
Часть 1-я. Древность казачества. Глава VIІ-я.Казаки Азовские, Белгородские и Новгородские повольники. Online
47)
Кызласов, Л.Р. (1966). О значении термина „балбал” древнетюркских надписей. Тюркологический сборник. Кляшторный, С.Г., Петросян, Ю.А.& Цельникер, С.С. (Ред.). К шестидесятилетию А.Н. Кононова, (206 – 208), Москва: Наука.
48)
Volker Rybatzki
Some Medical and Related Terms in Middle Mongɣol.
in: Béla Kempf (Hg.) Philology of the grasslands: essays in Mongolic, Turkic, and Tungusic studies. Leiden ; Boston : Brill 2018, S. 287 jalama Wunschgebet am Obo; 291-292; 292 ongɣun) `Idol´u.a.
49)
Friedrich Heinrich Alexander Freiherr von Humboldt
Fragmente einer Geologie und Klimatologie Asiens. VI, 272 S. Berlin 1832: List Petsch. S. 129 Online
50)
Charles Brooke
Ten Years in Sarawak. Bd. II S. 86 London 1866: Tinsley
51)
Williams, D. B. Cairns: Messengers in Stone. Seattle 2012: The Mountaineers Books. S. 88
52)
Pablo José de Arriaga
Extirpacion de la idolatria del Piru. Dirigido al rey N.S. en su real Conseio de Indias. Por el Padre Pablo Joseph de Arriaga de la Compañia de Jesus.
Lima 1621 : Geronymo de Contreras, S. 37.
Núñez de Avendaño
Pedro: Prediche Nelle Solennità Di Christo N.
20 Bl., 285 S. Venetia 1649: Storti, 5. Predigt Online
53)
Chakra Camayoc = der Herr, der Meister der Felder/Gärten
54)
S. 344 Fn 104 zu S. 283 mit Verweis auf The Madras Journal of Literature and Science Jan–June 1847.
Karl Graul
Reise nach Ostindien über Palästina und Egypten von Juli 1849 bis April 1853.
Dritter Theil: Die Westküste Ostindiens. Leipzig 1854: Dörffling und Franke.
55)
Ferguson 1872
56)
Liebrecht 1879, S. 276; Zur Volkskunde Heilbronn 1879; Haberland 1890
57)
Harold Marcus Wiener
The Altars of the Old Testament.
34 S. Leipzig 1927: Hinrich (=Orientalistische Literaturzeitung, Beigabe.
Unterscheidet cairn altar und horn altar: Bei ersterem wird das Opfer auf dem Altar geschlachtet, beim anderen in der Nähe.
58)
»Inuksuit used to mark a food cache likely to be visited in winter« in: Hallendy, Norman: Tukiliit. → Inuksuk; Haar, Frank J. Vonder
This Alaska Food Cache Meant Death Instead of Survival.
Journal of Environmental Health, 34.6 (1972) 594–96. JSTOR
59)
S. 35 in: Ritter von Becker, A.
Arktische Reise der englischen Yacht Pandora im Jahre 1876, unter Commando des Capitain Sir Allen Young.
Wien 1878: C. Gerold's Sohn
60)
IX.9 ff in: James George Frazer: The Golden Bough Bd. IX: The Scapegoat. London 1913
61)
a.a.O: Oesel, Estland: heaps of sticks or stones in, IX. 14 ;
Papa Westray, one of the Orkney Islands, cairn to which people add stones in, IX. 29;
Highlands of Scotland, custom of throwing stones on cairns in the, IX. 20 sq;
Tellemarken in Norway, cairns to which passers-by add stones in, IX. 14;
St. Tredwels, Orkney Islands, heap of stones to which each comer adds at, IX, 29;
Avestad, in Sweden, heaps of sticks and stones on graves at, IX. 20 sq.;
Schweden: heaps of stones or sticks to which passers-by add in, IX. 14;
62)
a.a.O: Bolivien: heaps of stones or sticks in, IX.12;
In den kolumbianischen Anden: »which passing Indians add stones« IX.9-10;
Puna Indians add stones to cairns in the Andes, IX.9;
Apachitas heaps of stones in Peru, IX.9;
Mexiko: heaps of stones and sticks to which passers-by add, in, IX.10;
Tarahumares of Mexico: their custom of adding sticks or stones to heaps, IX.10;
Tepehuanes of Mexico: their custom of adding sticks or stones to heaps, IX.10;
Guatemala, their offerings at cairns, IX.26;
Nicaragua: their transference of weariness to heaps of stones, IX.9;
Guatemala: their transference of fatigue to heaps of stones, IX.10;
Peruanische Anden transfer weariness to heaps of stones, IX.9;
Bolivien: Indians of, their offerings at cairns, IX. 26 sq.;
Peruanische Anden their offerings at cairns, IX.27
63)
a.a.O.: Basutos in Basutoland »their custom of placing stones on cairns IX,30;
Senegal, custom of throwing stones on cairns, IX.30;
Soku, West Africa, cut hair buried in cairns at, iii. 274 sq.;
Südliches Afrika: heaps of sticks or stones to \\hich passers-by add, in, IX.11;
Kaffer: their custom of adding stones to heaps, IX. n ; their prayers at cairns, IX.30;
Uganda: on heaps of sticks or stones to which passers-by add, IX.11 n.1;
Fan, Kongo: throwing branches on heaps in the, IX.30 n.2;
Kei River, Südafrika: heaps of stones on the banks of the IX, 11;
Nyassa-Tanganjika: custom of carriers to deposit stones on heaps in the IX,10 sq.;
Wanyamwesi, Zentralafrika: their practice of adding to heaps of sticks or stones, IX.11 n.1;
Zambesi, the River,: ; heaps of sticks and stones to which passers-by add on the, IX.11;
Bhutan, »offering on Cairns« IX.12,26
64)
a.a.O.: Bilaspur/Bilaspore »cairns to which passers-by add stones IX.27 n.4;
Burma: heaps of stones or sticks in, IX.12;
Cairns in Corea to which each passer-by adds a stone in, IX.11 n.5;
Kalmücken: heaps of sticks or stones on graves IX.20 sq.
65)
IX.15,20 in: James George Frazer: The Golden Bough Bd. IX: The Scapegoat. London 1913
66)
IX.21 in: James George Frazer: The Golden Bough Bd. IX: The Scapegoat. London 1913
67)
ausführlich beschrieben S. 94–95 in: Victoria, Great Britain Queen
Blätter aus dem Tagebuche Ihrer Majestät der Königin Victoria während des Aufenthaltes der Königlichen Familie in den Hochlanden von 1848 bis 1861.
XIV, 219 S. Wiesbaden 1868: Vieweg+Teubner. Online
68)
IX.9-10 in: James George Frazer: The Golden Bough Bd. IX: The Scapegoat. London 1913
69)
a.a.O. IX.14
70)
H. Clay Trumbull
A Lie Never Justifiable.
Philadelphia 1893: J.D. Wattles & Co: »Carl Bock, like other travelers,testifies to the unvarying truthfulness of the Dyaks in Borneo,[Head Hunters of Borneo, p. 209. See also Boyle, cited in Spencer's _Cycl. of Descrip. Social_., III., 35.] and another observant traveler tells of the disgrace that attaches to a lie in that land, as shown by the „lying heaps“ of sticks or stones along the roadside here and there. „Each heap is in remembrance of some man who has told a stupendous lie, or failed in carrying out an engagement; and every passer-by takes a stick or a stone to add to the accumulation, saying at the time he does it, 'For So-and-so's lying heap.' It goes on for generations, until they sometimes forget who it was that told the lie, but, notwithstanding that, they continue throwing the stones.“[St. John's Life in the Forests of the Far East, I., 88f.] What a blocking of the paths of civilization there would be if a „lying heap“ were piled up wherever a lie had been told, or a promise had been broken, by a child of civilization!«
71)
IX.26 ff. in: James George Frazer: The Golden Bough Bd. IX: The Scapegoat. London 1913
72)
IX.26, 28, 29f. in: James George Frazer: The Golden Bough Bd. IX: The Scapegoat. London 1913
73)
Joh. Cunradi Dieterici
Antiquitates Biblicæ, in quibus decreta, prophetiæ, sermones, consuetudines
Sumptibus Jacobi Godofredi Seyler, 1671, S. 513 f.
74)
Zingerle 1871
75)
Vajda 1999; Curtius 1902
76)
Anna Jurkevics
Hannah Arendt liest Carl Schmitts Der Nomos der Erde. Ein Dialog über Gesetz und Geopolitik anhand ihrer Marginalien. in: hannaharendt.net 8, 1, S. 5-26. April 2016 Online, der englische Originaltext in: European Journal of Political Theory 16.7 (2017) 345–366
77)
Lemma-Nummer 165140, BBAW - Altägyptisches Wörterbuch
78)
s. auch Apollon Lithesios, der Hafen Gortyn Lebena 'weisser Stein'. S. 181 in: Handbuch der klassischen Altertums-Wissenschaft in systematischer Darstellung: mit besonderer Rücksicht auf Geschichte und Methodik der einzelnen Disziplinen. Beck, 1906; S. 125 ff in: Geburt und Hochzeit des Kriegers: Geschlechterdifferenz und Initiation in Mythos und Ritual der griechischen Polis, Walter de Gruyter, 2000.
wiki/steinmann.txt · Zuletzt geändert: 2024/05/23 04:20 von norbert

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