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wiki:das_bild_des_orients

Das Bild des Orients

Wer sich orientiert, blickt nach Osten zum Sonnenaufgang, denn von dort kommen Licht (ex oriente lux) und der neue Tag. Die abendländischen (europäischen) Vorstellungen von Europa und Asien sind von dieser Richtung geprägt:

Kontinent Europa Asien
semitisch ereb `dunkel´ > Europa acu `Sonnenaufgang´ > Asien
Himmelsrichtung Westen Osten
indogermanisch u̯es- `herab´ au̯es `leuchten´
Metapher Abendland Morgenland
römische Weltgegend Okzident Orient
lateinisch occidere ‘niedergehen orīrī ‘sich erheben´
arabische Weltgegend Maghreb Levante
arab. gharaba `weggehen´ lat. levare `emporheben, aufgehen´

Die Unschärfe der Begriffe (Vorderer Orient; Naher Osten, Mittlerer Osten und Ferner Osten) ist ihr Vorteil, da sie damit flexibel den zeittypischen Strömungen zwischen Imagination und Anschauung angepasst werden. Orient und Orientalen bedienen Bilder im Kopf (ähnlich wie Insel(-paradiese), Südsee, Der edle Wilde) und werden damit auch Projektionsfläche für Utopien, also die Suche nach dem Schönen im Entfernten. Damit verbunden ist das Aneignen des Fremden, die Selbstentdeckung im Exotischen aus der Ferne (→ Liste der Ausstellungen); siehe auch → Frauen unterwegs im Orient.

Als Orient galten etwa: der Nahe Osten, das Osmanische Reich (und am Rande der Balkan), Ägypten, Arabien, Persien, die Länder an der Seidenstraße und an der Gewürzstraße, Indien, Ceylon, China, Japan … → Zeitleiste der Begegnungen mit dem Nahen Osten

wiki/das_bild_des_orients.txt · Zuletzt geändert: 2023/12/31 11:26 von norbert

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