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Wasserbehälter

Neben einem Behälter für Trinkwasser gehören Proviant, Beutel und Stab zum wesentlichen und damit ursprünglichsten Reisegepäck, siehe auch die Liste der Reisegepäckarten. Der Wasservorrat ist eine lebensnotwendige Last; größere Behälter wurden an Tragstangen von Wasserträgern transportiert. Das Wissen über natürliche Wasservorkommen minimiert die zu transportierende Last, siehe etwa Brunnen, Oasen, Quellen, natürliche Zisternen sowie wasserhaltige Pflanzen wie Kürbisgewächse (Cucurbitaceae), Wasserlianen, Baum der Reisenden.

Nutzung

Feld-, Hirten-, Pilgerflaschen

Ohne Wasseraufnahme stirbt der Mensch in wenigen Tagen, ohne Nahrung nach etwa zwei Monaten. Transportable persönliche Wasserbehälter mit einem Volumen von bis zu zwei Litern waren unterwegs zu allen Zeiten unverzichtbar:

Natürliche Behälterformen

Vorräte mitzuführen erfordert wasserdichte und robuste Behälter (engl. »vessel«) mit kleinen, wiederverschließbaren Öffnungen und einer Aufhängung für Tragehilfen. Die einfachsten in der Natur vorfindbaren und transportablen Wasserbehälter bleiben in der Form unverändert, werden ausgehöhlt, abgedichtet und mit einer Tragehilfe versehen:

Pflanzliche Materialien: Kalebasse, Bambus, Kokosnuss, Rohr

Tierische Materialien: Straußeneischalen, Tierbalg, Tierblase, -scrotum, Horn

Technisch geformte Wasserbehälter

Leder, Holz, Ton, Metall, Glas

»Wir finden [den Lederschlauch] im Alten Testament zur Aufbewahrung von Wasser, 
Milch, Wein ... und im Neuen Testament in dem Gleichnis von dem jungen Most und 
den alten Schläuchen; auf die Vielgestaltigkeit und mannigfaltige Verwendungsart, 
in welcher die Griechen und die Römer sich des in ihren Schriften oft erwähnten 
Lederschlauchs bedienten, lassen die mehrfachen Bezeichnungen (uoxós, nodev, uter, 
culeus) schließen; die weite Verbreitung und die Ausdauer des uralten Gefäßes wird 
durch heut noch vorhandne Reste seines Gebrauchs auf der Insel Island bezeichnet, 
wie ja am Kaukasus auch noch immer selbst die edelsten Weine in solche 
Lederschläuche gefasst und in dieser Fassung in den Handel gebracht werden.
Martiny, Benno:  Kirne und Girbe: ein Beitrag zur Kulturgeschichte, besonders zur 
Geschichte der Milchwirtschaft. XVI, 324, 80 S. Leipzig 1895: Heinsius. 
Quellen siehe Fussnoten 403 und 404.

Die ältesten keramischen Trinkgefäße ahmten vor rund 8.000 Jahren die Schlauchform von Tierbälgen nach 14); deren älteste Vorläufer finden sich etwa 6000 v. Chr. auf dem Balkan, in Polen (Stichbandkeramik 4900–4500 v. Chr. ) und Deutschland (Baalberger Kultur 4200–3100 v. Chr., Salzmünder Kultur ca. 3400–3000 v. Chr.). Erst später wichen handwerklich aufwendiger gefertigte Behälter von den natürlichen Vorbildern ab:

Literatur

Etymologie

Angeiologie: Flüssigkeitsbehälter

1)
> pilgrim flask
2)
Ampulla und Unguentarium sind späte fachspezifische Namen für einen bestimmten Gefäßtypus
3)
Engler, Adolf ; Prantl, Karl: Die natürlichen Pflanzenfamilien nebst ihren Gattungen und wichtigeren Arten, insbesondere den Nutzpflanzen. Leipzig 1891: Engelmann
4)
> bottle > vegetal > gourd
5)
> bamboo > vessel > flask
6)
> bottle > vegetal > coconut
7)
Ex 29,40; Ex 30,24; Lev 19,36; Lev 23,13; Num 15,4-10; Num 28,5-14; Ez 4,11; Ez 45,24; Ez 46,5-14
8)
> ostrich > > container vessel > ostrich shell
9)
> goat skin > vessel
10)
> water-bag
11)
Ausführlich mit Varianten in An Arabic-English Lexicon. London. Williams and Norgate. 1863. Online
12)
Hornell, James: Water Transport. Origins & early evolution, etc. XV, 307 S. University Press: Cambridge 1946.
13)
> horn > vessel > drinking vessel
14)
Griechisch ἀσκός askós „Schlauch“
Andrew J. Clark, Maya Elston, Mary Louise Hart
Understanding Greek Vases.
A Guide to Terms, Styles and Techniques.
J. Paul Getty Museum, Los Angeles 2002, ISBN 0-89236-599-4, S. 70
15)
leather > container > vessel > water-vessel
16)
container > wood > carved
17)
vessel > vegetal > wood > carved > water-vessel