wiki:raumklima
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| — | wiki:raumklima [2025/12/10 01:48] (aktuell) – Norbert Lüdtke | ||
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| + | ====== Raumklima ====== | ||
| + | ===== Luft und Feuchte im Reisemobil ===== | ||
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| + | //»Lieber im Mief ersticken als in der Kälte erfrieren«// | ||
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| + | ==== 1. Probleme ==== | ||
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| + | 1. **Kondenswasser entsteht an [[wiki: | ||
| + | Selbst ein unbewohntes Reisemobil kann ein [[wiki: | ||
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| + | | Lufttemperatur°C | 30 | 25 | 20 | 15 | 10 | 5 | | ||
| + | | Luftfeuchte g/cbm | 30,3 | 23 | 17,3 | 12,8 | 9,4 | 6,8 | | ||
| + | | Differenz pro Abkühlungsschritt/ | ||
| + | | Kondensation im Sprinter (ca. 13 cbm Luft) g Wasser | | 94,9 | 74,1 | 58,5 | 44,2 | 33,8 | | ||
| + | | Kondensation im 20 cbm Wohnkoffer (g Wasser) | | 146 | 114 | 90 | 68 | 52 | | ||
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| + | //Tabelle 1:// Luft von 30 °C kann pro Kubikmeter 30,3 Gramm Wasser aufnehmen. Kühlt sich diese Luftmenge auf 25 °C ab, kondensieren 7,3 Gramm Wasser, weil 25 °C warme Luft nur noch 23,0 g Wasser aufnehmen können. Bei angenehmen 25 °C innen und kühlen 10 °C außen tropfen im Sprinter also 176,8 g Wasser von der Scheibe, also ein Kölschglas voll mit viel Schaum. | ||
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| + | 2. **Kondenswasser entsteht am Taupunkt durch Diffusion**. Auch ohne Luftstrom sucht sich eine gewisse Feuchtemenge durch Diffusion den Weg durch feste Materialien. Nimmt auf diesem Weg die Temperatur genug ab, so kondensiert ein Teil der Luftfeuchte (»Taupunkt«). Ist diese Stelle unbelüftet, | ||
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| + | 3. Die **Kaltluftwalze** an Fenstern und anderen Kältebrücken ist fühlbar unangenehm: Warme feuchte Luft sinkt am Fenster ab. Ddie Fensterscheibe wird zum Wärmetauscher und die Luft fließt abgekühlt in den Fussraum. | ||
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| + | ==== 2. Ursachen ==== | ||
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| + | Die Luft transportiert Feuchte, Mief und Staub. Je kleiner das Raumvolumen, | ||
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| + | | Wohlfühlbereich | | Quelle Innen | Luftaustausch | Quelle Außenluft | | ||
| + | | Temperatur | 20 bis 26 °C | Heizung | ↔ | Hitze, Kälte | | ||
| + | | Temperaturunterschiede | max 3 - 5 °C | z.B. Kopf-Fuss| ↔ | * [[wiki: | ||
| + | | Feuchte | 35 bis 60 % | Mensch | ↔ | Schwüle, Regen | | ||
| + | | Mief | < 1.000 ppm | Mensch | ↔ | Staub, Rauch | | ||
| + | | Zugluft | gering | Ventilator | ↔ | Wind | | ||
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| + | **Feuchte-Temperatur-Ausgleich ** In Häusern speichern die Raumwände Wärme und Feuchte. Beim Stoßlüften wird die Raumluft schnell gewechselt, ohne dass die Wände stark abkühlen, es bleibt behaglich. Im Reisemobil mit dessen Alu- und Kunststoffoberflächen funktioniert das so gut wie gar nicht: der Feuchtepuffer ist gering, der Temperaturwechsel groß, Kältebrücken sind kalt und nass. Im Reisemobil wird jedoch ebensoviel Feuchte produziert wie in der Wohnung. Der Luftwechsel muss also gleich hoch sein, wird aber bei geringerem Rauminhalt als unangenehmer empfunden. Daher sind stetige kleine Luftströme vorzuziehen. | ||
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| + | **Feuchtequellen** Zwei Personen geben mindestens zwei Liter Wasser in 12 Stunden an die Luft ab (Tabelle 3). Hinzu kommen Duschen & Waschen, Wäsche trocknen, nasse [[wiki: | ||
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| + | | Feuchtequellen | Wasserabgabe | Situation | | ||
| + | | Atmen & Schwitzen | 90 g/h & Pers. | Alltag (4 h) | | ||
| + | | Atmen & Schwitzen | 45 g/h & Pers. | Schlafen (8 h) | | ||
| + | | Kochen | 245 g/150g Gas | Verbrennen | | ||
| + | | Kochen | 200-500 g/Stunde | Verdunsten | | ||
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| + | 13 cbm Reisemobilluft nehmen bei 20 °C maximal 225 g Wasser auf (100% Luftfeuchte). Sollen aber in 12 Abend- und Nachtstunden nicht mehr als 60% Feuchte herrschen, so darf die Luft im Reisemobil höchstens 135 g Wasser enthalten. Die übrigen 1865 g kondensieren im Reisemobil, wenn nicht gelüftet wird. | ||
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| + | **Luftwechsel** Ob sich diese Wassermenge durch Lüften entfernen lässt, hängt vom [[wiki: | ||
| + | * die Luftfeuchte steigt, da jeder Schläfer stetig etwa 45 g/ Stunde Wasser an die Luft abgibt; | ||
| + | * das Wageninnere aus Sucherheitsgründen möglichst dicht geschlossen wird; | ||
| + | * die Außentemperaturen sinken, daher entstehen vermehrt Kältebrücken, | ||
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| + | **Heizbedarf** Je trockener die Außenluft ist, um so weniger Luft muss ausgetauscht, | ||
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| + | ==== 3. Ursachenorientierte Lösungsansätze ==== | ||
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| + | Der Schlafbereich sollte abtrennbar sein und möglichst wenige Kältebrücken aufweisen. | ||
| + | * Ein Lüfter im Schlafbereich fördert die feuchte Luft dort nach außen, wo sie entsteht. | ||
| + | * Ein solcher Lüfter sollte kontinuierlich laufen oder hygrostatgesteuert arbeiten. | ||
| + | * Der Lüfter sollte einen Wärmetauscher enthalten, damit der zusätzliche Heizbedarf minimiert wird. | ||
| + | * Das allseitige Belüften der Schlafstelle vermindert Feuchtestau, | ||
| + | * Fensterflächen sind Kältebrücken und damit Kondensationsflächen. Das ist schlecht wegen des Wärmeverlustes, | ||
| + | Wir haben uns für den **Bayernlüfter** entschieden. Dieser ist ursprünglich für die Verwendung im Haus, also in Massivbauwänden, | ||
| + | * Das Gerät (44x28x11,5 cm) wurde auf einer Aluminiumplatte angebracht, von außen sieht man im Blech nur zwei Rohröffnungen (siehe Foto). | ||
| + | * Das Gerät befindet sich oberhalb des Bettbereiches. Bedenken hatten wir vor dem Einbau wegen des Luftstroms und des Geräusches. Doch der Luftstrom (bis 20 cbm pro Stunde) wurde von uns nicht als störend wahrgenommen und lässt sich stufenlos einstellen. Das leise Surrren (16 - 33 dbA) der beiden 12-V-Lüfter im gedämmten Kasten ist kaum wahrnehmbar. | ||
| + | Geliefert wird das Gerät mit einem Steckernetzteil (220V /12V). Den ersetzten wir durch ein Kabel mit 12V-Stecker. Der Hersteller teilte mit: »Das Gerät kann zwischen 10,5 bis 14,7 V betrieben werden.« | ||
| + | * Bei einer Leistungsaufnahme von 1-4 W bei 12V saugt das Gerät in 12 Stunden weniger als 2 Ah aus der Batterie. | ||
| + | * Mitte April setzten wir das Gerät im noch nicht gedämmten Sprinter erstmals ein, sieben Nächte beim Fernwehtreffen in Weeze. Morgens war draußen die Wiese weiß, innen waren die Wände trocken. Seither wurde der Wagen rund 6 Wochen zum Schlafen genutzt. In einigen wenigen Nächten kondensierte an den Fenstern etwas Wasser. Überfordert ist der Lüfter dagegen beim morgendlichen Wasserkochen für den dampfenden Kaffee bei geschlossenen Fenstern. | ||
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| + | Technische Angaben des Herstellers siehe https:// | ||
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| + | Ein behagliches Raumklima wird durch Lüften, Heizen und [[wiki: | ||
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| + | Die University of Applied Sciences and Arts, HAWK Hildesheim beschäftigt sich im Rahmen eines Forschungsprogramms mit dem Thema „[[https:// | ||
