Georg Philipp HarsdörfferDas Schauspiel teutscher Sprichwörter
Gerhardt, 1644, S. 338
Dies ist eine alte Version des Dokuments!
Scherzhafte Metapher für `zu Fuß reisen´ oder `lange Strecken zu Fuß gehen´ mit der Nebenbedeutung `weil man sich nichts anderes leisten kann´.
traheme post te wieder auf den Buckel, ergriffe das Vademecum oder den Bothen-Spieß bey der Hand und traballirte immer auf des Schusters Rappen seines Weges fort.« 2)Die nächstliegende Deutung von `Schusters Rappen´ als `schwarze Stiefel´ verweist auf eine Entstehung im oberdeutschen Sprachraum, denn dort enstand der Begriff `Schuster´ 5) im 15. Jahrhundert und dort wurden dunkle Pferde seit Anfang des 16. Jahrhunderts als `Rappen´ bezeichnet, als ein besonders edles Pferd.
Eine andere Deutung findet den Begriff im südwestdeutschen Raum (Breisgau) unter dem Einfluss des Alemannischen; dort ist `rapp´ der Rabe, im 14. Jahrhundert der `Kolmar-Rappen´ (Elsass) und seit dem 15. Jahrhundert der `Rappen´ (Freiburg) eine kleine schwarze Münze mit einem Vogelkopf (Rabe?); `berappen´ (`die zeche bezahlen´ wanderte aus der Studenten- und Gaunersprache (Rotwelsch) über die schwäbische Krämersprache ins Hochdeutsche ein (19. Jahrhundert) 6).
In anderen Sprachen ist diese Redewendung wörtlich unbekannt, es heißt dort sinngemäß
Georg Philipp HarsdörfferJohann Gottfried SeumeLutz Röhrich\\ Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 1-5, Herder, Freiburg, Basel, Wien 1994 und dort weitere Deutungen.J. M. CalischNic. di CastelliNathanael DuezJohann Theodor JablonskiAllan Ramsay