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Ausrüstung für unterwegs
Zum Begriff
engl. equipment, frz. équipement, ital. equipaggiamento, niederländisch uitrusting, laein. armatura, aus 'armare': sich bewaffnen, auch: segelfertig machen
Belegt seit 1551 als kriegerische Ausrüstung; 1886 „die ausrüstung dieser leute (der goldschürfer) ist immer die gleiche mit flinte, revolver, hacke, schaufel, küchengeschirr und der unerläßlichen küpe“ 1)
Beschreibung
„Ausrüstung“ bezeichnet im engeren Sinne die materielle Ausstattung mit Dingen, die für eine Reise nötig sind im Unterschied zu den Dingen, die man auch im Alltag zuhause verwendet.
Funktion als Organisationssystem
Verallgemeinert und erweitert bezeichnet es ein Organisationssystem, das aus Zielen und Bedingungen einer Unternehmung Anforderungen ableitet, die es ermöglichen, bestmögliche Sachsysteme auszuwählen oder herzustellen, die diese Unternehmung erleichtern, absichern oder gar erst ermöglichen.
- Beispiel: Ausrüstungskonzepte der US-Army
Ziele und Bedingungen umfassen etwa die Dauer der Unternehmung, die Jahreszeit, Klimazone, aber auch finanzielle Möglichkeiten. Der Wochenendtrip führt zu anderen Anforderungen als eine mehrmonatige Expedition, eine Wanderung zu anderen als eine Motorradtour, eine Bergfahrt erfordert andere Ausrüstung ein Segeltörn usw.
- Beispiel: Aufrüstung eines Basisfahrzeugszum Fernreisemobil:
größerer Tank, andere Rahmenlagerung, andere Bereifung …
Als Gesamtheit von Sachsystemen
Reisetechnische Ausrüstung umfasst bewegliche Sachsysteme, deren primäre Funktion unterwegs zweckdienlich ist. Sie umfasst
- die persönliche Ausrüstung der Reisenden,
- Ausrüstung, die der Fortbewegung dient,
- solche zur Orientierung,
- Informations- und Kommunikationsmittel.
- rechtliche Vorgaben, z.B. Mitführpflichten
Die Ausrüstung hilft,
- den Alltag unterwegs zu bewältigen;
- Karten, Kompass …
- sie liegt bereit für Krankheit und Erste-Hilfe, Notlagen, Pannen, Unfälle, Problemlösungen und für buschmechanische Maßnahmen;
- sie unterstützt Fortbewegung und Transport von Lasten, von Tragehilfen über Gepäckträger, Last- und Reittiere über Fuhrwerke bis zu Kraftfahrzeugen)
- sie unterstützt spezielle Aktivitäten unterwegs (Bergsteigen, Sport, Jagd, Tauchen, Expedition …)
Vielfach sind die Ausrüstungsgegenstände eigens für diese Zwecke konzipiert. Von immobilen Gegenständen mit vergleichbarer Hauptfunktion unterscheiden sie sich konstruktiv, da besondere Sekundärfunktionen höher priorisiert werden, etwa:
- geringes Gewicht
- geringer Stauraum (Zerlegbarkeit, „Collapsibles“)
- Transportfähigkeit (Verpackung, Griffe, Schlaufen …)
- Wetterfestigkeit (Regen, Wind, UV-Strahlung …)
- Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse (Stöße, Rüttelei, Staub, Insekten …)
- Camouflage (z. B. Khaki)
- …
Dem gegenüber treten andere Sekundärfunktionen zurück, wie etwa modisches Design und Luxusfunktionen, aber auch Kosten. Diese besonderen Sekundärfunktionen können nicht zu einer eierlegenden Wollmilchsau führen, weil universelle Lösungen und Immermehrismus nicht machbar sind. Stattdessen entsteht eine komplexe Optimierungsaufgabe, die je nach Anforderung zu verschiedenen Sachsystemen führt.
Die Ansprüche an die Ausrüstung steigen qualitativ und quantitativ mit dem angestrebten Grad an Autarkie und Autonomie und der damit verbundenen Selbstversorgung; sie sinken, indem Dienstleistungen anderer Organisationssysteme in Anspruch genommen werden.
Verweise
- Übersichtsseite zur Zuverlässigkeit technischer Artefakte
1569 als „bekostung und ausrüstung desselben schipfs“ ((MittStArchKöln 17 (1889) 69, zit. nach Deutsches Rechtswörterbuch DRW
