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Habituation bei Tieren

Manche Tierarten sind besonders neugierig und werden insbesondere von Gerüchen angezogen: Affen, Elefanten, wilde Hunde, Hyänen, Ratten. Gezieltes Anlocken und Füttern oder die wiederholt erfolgreiche Nahrungssuche in der Umgebung des Menschen senken beim Tier die Fluchtdistanz und mindern den Fluchtreflex. Diese Form der Gewöhnung, also das erlernte Unterdrücken eines eigentlich natürlichen Verhaltens, wird Habituation genannt im Unterschied zur Domestikation bei Nutztieren, die im Unterschied zu wilden Tieren weniger aggressiv sind.

Der Mensch als Nahrungskonkurrent

Habituation führt zu Distanzarmut. Das Tier wird jedoch nicht weniger wild, nur weil es nicht wegläuft. Das führt zunächst zu Sachschäden durch das Tier (siehe Problembär) etwa an Zelt oder Wagen oder zu frechen Diebstählen, die auf den ersten Blick lustig erscheinen. Durch Speichel oder Tierexkremente können jedoch Krankheiten wie Tollwut übertragen werden, siehe auch bushmeat.

Verwehrt der Mensch jedoch den Zugang zur Nahrung, wird er zum Nahrungskonkurrenten. Das kann zu Angriffen und damit zu Verletzungen führen. Vereinzelt können Raubtiere durch Habituation zum man-eater werden.

Im bushcamp führen Reisende Nahrung mit, lagern sie (bear cache), bereiten sie zu und entsorgen Küchenabfälle. Das kann zu Konflikten mit Tieren führen, siehe Kochen & Essen.

»You feed them, we shoot them.«

Mindestens für Affen, Bären und Elefanten gilt, dass sie sich Nahrungsquellen merken und ihrem Nachwuchs dies beibringen. Wenn diese Tiere lernen, dass Nahrungsmittel in Camps, Rastplätzen, Autos, Zelten zu finden sind, suchen sie dort auch künftig. Je mehr Erfolg diese Methode hat, desto mehr geht die natürliche Futtersuche zurück. In den Naturparks werden solche Tiere von den Rangern erschossen; Schilder weisen darauf hin:
»You feed them, we shoot them.«

wiki/habituation_bei_tieren.txt · Zuletzt geändert: 2023/04/04 05:56 von norbert

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