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wiki:biwak

Biwak

abgeleitet vom französischen bivouac für ein »Feldlager«. Ursprünglich bezeichnete die Beiwache im Niederdeutschen die Gehilfen des Nachtwächters 1).
Heute Jargon bei Bergsteigern und beim Militär für einen behelfsmäßigen Übernachtungsplatz:

  • etwa in der Hängematte an der Steilwand
  • in der Biwakschachtel bei hochalpinen Wanderungen
  • auf einer Laubmatratze unter einem behelfsmäßigen Unterstand (engl. shelter) im Wald

Für den Platz eines Biwak gelten dieselben Kriterien wie für ein Camp. Da kein Zelt genutzt wird, muss die Wahl des Camps den Schutz gegen Wind, Kälte, Niederschläge teilweise ausgleichen. Sofern das Biwak in der Wildnis liegt, will man nicht durch Tiere gestört werden. Dort wo Menschen zu erwarten sind, wird das Biwak versteckt, ähnlich wie beim bushcamp oder stealth camping: man ist still, sauber, schnell und aufmerksam. Solche Überlegungen führen zu folgenden Varianten und Hilfsmitteln:

  • Ein Tarp in Naturfarben kann Unterlage sein, aufgespanntes Dach oder Umhang. Es hält Wind und Nässe ab und schützt vor Blicken.
  • Ein (Armee-)poncho mit Druckknöpfen kann als Tarp verwendet werden, bedeckt als Poncho aber auch den Rucksack und hat eine Kapuze, außerdem können mehrere Ponchos zusammengeknöpft werden.
  • Ein wasserdichter Schlafsack in Tarnfarben macht ein Tarp überflüssig.
  • In einem Biwaksack (engl. bivy bag) mit Kapuze kann man mit Kleidung und Gepäck übernachten und bei Bedarf sofort aufstehen und losgehen.
  • Eine Hängematte (engl. hammock) kann mit Moskitonetz und Tarp in feuchten Wald-, Sumpf- oder Buschgebieten die beste Wahl sein und hinterlässt keine Spuren am Boden.

In wüstenartigen Landschaften kann die Bodenoberfläche um 70 °C betragen, zehn Zentimeter darunter oder darüber sinkt die Temperatur auf unter 50 °C. Feldbetten, Hängematten oder Dachzelte ermöglichen eine kühlere Schlafsituation.

1)
Samuel Johann Ernst Stosch
Kritische anmerkungen über die gleichbedeutenden wörter der deutschen sprache, nebst einigen zusätzen, und beigefügtem etymologischen verzeichnisse derjenigen wörter der französischen sprache, welche ihren ursprung aus der deutschen haben
C.G. Strauss, Frankfurt/Oder 1775, S.334
wiki/biwak.txt · Zuletzt geändert: 2024/04/25 07:07 von norbert

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