Risikoanalyse

Ist ein Schutzgut ungenügend geschützt (mangelnde *Vorsorge), so ist es schädlichen Einflüssen aus der Umgebung ausgesetzt (Exposition), die zur Gefahr werden können. Reisende sind unterschiedlich exponiert je nachdem sie in GO-Länder reisen oder in failed states.

Treffen Schutzgut und Gefahr räumlich und zeitlich zusammen, so führt dies zu einem Ereignis.
Je nach Resilienz (etwa Widerstandsfähigkeit) kann dies ein Schadensereignis sein wie ein technischer Defekt, Diebstahl, Panne, Unfall, Überfall, Entführung und anderes. Umgekehrt betrachtet zeigt sich darin die Schadensanfälligkeit eines Schutzgutes gegenüber einem bestimmten Ereignis (Vulnerabilität).

Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines (Schadens-)Ereignisses und der Umfang dessen negativer Folgen ergeben zusammen das Risiko. Die negativen Folgen lassen sich hierarchisch zwischen Störung und Katastrophe einstufen.

Risikofaktor Mensch

Neben den objektiven Faktoren bestimmt der Mensch selbst das Risiko. Nach *Murphys Gesetz tritt in einem technischen Handlungssystem alles ein, was denkbar ist. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten, an die niemand vorher gedacht hat. Ursächlich für den Missbrauch technischer Möglichkeiten ist eine Mischung aus Neugier, Spieltrieb, Übermut, Leichtsinn, Angeberei. Auch das täuschende Gefühl unverwundbar zu sein, spielt eine Rolle. Zwar lernt der Mensch hinzu, aber die *Fehler lernen ebenfalls, dafür gelten die Gesetze der *Systemantic.


Warum der Mensch wahrscheinlich denkfaul ist
Ein Essay zum Umgang mit Risiken und Wahrscheinlichkeiten von Gero von Randow
DIE ZEIT 16. Mai 2021