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Zeitleiste des Seewegs nach Indien auf der westlichen Route

Die Idee, Afrika zu umschiffen und so nach Indien zu gelangen, findet sich seit pharaonischer Zeit wiederholt. Neu war die Idee, die Welt in westlicher Richtung zu umrunden. Zwar hatte bereits Eratosthenes im 3. Jahrhundert BC den Umfang der Erde mit etwa 1% Genauigkeit ermittelte und die Kugelgestalt der Erde bewiesen. Doch erst Columbus wagte die Fahrt über den Atlantik, weil er aufgrund eines Rechenfehlers die Strecke Lissabon-Quinsay zu gering einschätzte. Er fand Amerika, aber Amerika war nun ein weiteres Hindernis auf dem Weg nach Asien.

Amerigo Vespucci (1452 bis 1512) postulierte als erster, es handele sich um einen neuen Kontinent. Den Beweis dafür erbrachte Vasco Núñez de Balboa am 25. September 1513, als er Panama durchquerte und am Pazifik stand. Mgellan gelang es als Erstem, Amerika südlich zu umschiffen, doch die Versuche einer nördlichen Umschiffung blieben bis ins 20. Jahrhundert erfolglos.

Dänemark 1473: Pothorst, Pining, Cortreal

Hans Pothorst (ca. 1440 – ca.1489) aus Hildesheim?/Hamburg stand in dänischen Diensten von König Christian I. und Königin Dorothea, die ihn 1472/73 auf eine Erkundungsreise nach Grönland schickten. Außer ihm nahm Didrik Pinning aus Hildesheim teil und auf eineme zweiten, portugiesischen, Schiff João Vaz Corte-Real (ca. 1420-1496) als Abgesandter des portugiesischen Königs Alfons V. und Álvaro Martins Homem(um 1430-1483), wobei auch die Verwandtschaft der beien Königshäuser mitgespielt haben dürften. Beide Portugiesen stammten von der Insel Terceira, Azoren. Beide wurden dort 1474 als Gouverneur eingesetzt, einer erhielt Angra, der andere Vila da Praia. Das ließe sich deuten als Belohnung auch für eine zweite, undokumentiert Reise der beiden, bei der sie die Terra Nova do Bacalhau entdeckten, die auch als Neufundland gedeutet werden kann.

Spanien 1492−1493: Christoph Columbus

Christoph Kolumbus (1451–1506) aus Genua sollte im Auftrag des kastilischen Königspaars Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon einen westlichen Seeweg nach Indien und China finden; er selbst nennt Quinsay als Ziel, das heutige Hangzhou; bei Marco Polo ‚Stadt des Himmels‘.

Columbus landete bei seinen drei Fahrten in der Karibik und an der Küste Venezuelas, er gilt als Entdecker Amerikas 1492, obwohl er es weder suchte noch die Küsten als Kontinent oder gar als »Neue Welt« einordnete, sondern bis zu seinem Tod als Teil Asiens betrachtete. er blieb aber lebenslang überzeugt, China gefunden zu haben.

Das Vorgehen von Columbus war mindestens durch zwei Faktoren kanalisiert:
Erstens eignet er sich die neuen Länder für die spanische Krone nach einem vorgegebenen Verfahren an [Greenblatt]: Nach dem Betreten eines Strandes wird die spanische Fahne gehisst, in einem Text der Anspruch der spanischen Krone verlesen. Gibt es keinen Widerspruch, gilt das verlesene Recht als gesetzt.
Zweitens ordnet er alles Neue einer »finalistischen Interpretationsstrategie« unter [Todorov]. Er weiß, was er sucht und akzeptiert nur Indizien, die seine Erwartung bestätigen.

→ Ausstellungsliste Expeditionen nach Amerika, darin:

→ Ausstellungsliste Reisende von A bis Z, darin:

→ Ausstellungsliste Bücher übers Reisen, darin:

→ Kartographie: Genua

England 1497: Giovanni 'John' Caboto

Die Fahrt von Giovanni 'John' Caboto (um 1450 bis nach 1498), an der sein Sohn Sebastian Cabot (1472–1557) nach eigener Aussage teilnahm, suchte 1497 auf der Matthew entlang der kanadischen Küste einen Seeweg nach Asien. Dies gilt als erste britische maritime Expedition und Caboto war der erste Europäer in Nordamerika nach den Wikingern. Esgibt keinerlei unmittelbare Dokumente dieser Fahrt, lediglich das königlichen Patent von 1496 für Cabotos „omni viagio suo“. Giovanni Caboto und Christoph Columbus wuchsen nahezu gleichaltrig in Genua auf, ab 1561 lebte Caboto jedoch in Venedig und floh wegen Schulden 1490 nach Spanien und hielt sich 1493 zeitgleich mit Columbus in Valencia auf. Ebenso wie dieser wollte er die kastilischen Könige für seinen Plan gewinnen, einen westlichen Seeweg nach Asien zu suchen, allerdings weiter nördlich als Columbus das plante. 1496 trägt er seinen Plan der englischen Krone in London vor.

Ausstellungsliste Reisende von A bis Z:

Sebastian Cabot als Kartograph
Sebastian Cabot war erster 'governor' der Muscovy Company bis 1557, eine Handelskompagnie.
Das Cabot-Projekt an der Universität Bristol forscht seit 2009 zu Cabot, siehe deren Publikationen

Frankreich 1523: Verrazzano

Giovanni da Verrazzano (1491–1528) aus Florenz stand in französischen Diensten. Ausgelöst von der Magellanschen Weltumsegelung beauftragte ihn der französische König François I., die Küste zwischen Neufundland und Florida zu erkunden. Verrazzano unternahm ab 1522 drei Fahrten nach Nordamerika.

Frankreich 1534: Cartier

Jacques Cartier (1491−1557) aus Saint-Malo, Bretagne, erkundete für den französischen König François I. die nordamerikanische Küste und insbesondere den SaintLawrence Golf auf der Suche nach der Nordost-Passage 1534, 1535–1536 und 1541–1542.

Frankreich 1541: Roberval

Frankreich 1603: de Champlain

Samuel de Champlain (1567/1574−1635) erkundete für die französischen Könige Heinrich IV. und Louis XIII. die nordamerikanische Küste auf 12 Fahrten: 1603, 1604−1607, 1608−1609, 1610, 1611, 1613, 1615−1616, 1617, 1618, 1620−1624, 1626−1629, 1633−1635. Dabei war er tätig als Seefahrer und kommandierte 1608 das Flaggschiff der Unternehmung, die Don de Dieu, Kartograph, führte Hinterland-Expeditionen durch (z.B. den Ottawa-Fluss beschreibend), sandte den Waldläufer Étienne Brûlé zur Forschung ins Hinterland, gründete Siedlungen, so auch 1608 die Habitation de Québec, war im Pelzhandel tätig und gründete 1614 die Compagnie des Marchands de Rouen et de Saint-Malo (=Compagnie de Champlain), brachte 1617 die ersten dauerhaften Siedler nach Quebec und beteiligte sich 1627 an der Handelsgesellschaft Compagnie de la Nouvelle France, zu der auch Kardinal Richelieu gehörte und welche bis 1642 rund 4.000 Siedler ins Land brachte.

Literatur

Biographien