wiki:1802_vorwort_zimmermann_taschenbuch
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+ | ====== Vorwort zu 1802 Zimmermann: Taschenbuch der Reisen ====== | ||
+ | * **1802−1819** '' | ||
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+ | ===== Einleitung ===== | ||
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+ | ==== Ueber den Vorzug der neueren Reisemethoden vor denen der Alten. ==== | ||
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+ | Der Roman und die Reisebeschreibung ringen jetzt auf dem großen Schauplatze der lesenden [[welt|Welt]] mit einander um den Preis. Jeder hat ein kaum zählbares Publikum auf seiner Seite. | ||
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+ | Bei dem Roman führt die freieste [[phantasie|Phantasie]] den Pinsel. Mit den blendendsten Farben entwirft sie bald reizende, üppige Bilder, bald schreckliche, | ||
+ | Prunkloser und bescheidener tritt die [[reiseliteratur|Reisebeschreibung]] einher; aber ihr Gewand ist ― [[wahrnehmung|Wahrheit]]. | ||
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+ | Wird gleich ihr Gesichtskreis auf die Wirklichkeit eingeschränkt, | ||
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+ | Hier führt sie die [[karawane|Caravane]] durch unermesliche Sandwüsten, | ||
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+ | Bald verweilt man mit Wohlbehagen bei der häuslichen Glückseligkeit auf den Pelew-Inseln, | ||
+ | Aber in der gemäßigten Zone richten sie sich wiederum auf. Denn hier sieht man wie der Geist des Menschen alles zur Sicherheit und Bequemlichkeit der Societät | ||
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+ | ==== 3 ==== | ||
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+ | aufbietet; wie er die [[erde|Erde]] umbildet, todte Felder in reiche Fluren verwandelt, große Länder dem Wasser abgewinnt; die Elemente einzwängt; die entlegensten Nationen mit einander verbindet; die Produkte der neuen Welt in die alte verpflanzt; ja das [[klima|Klima]] selbst verändert. Freilich sieht man gerade auch hier, wie pausenweise eine handvoll Bösewichter, | ||
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+ | ==== 4 ==== | ||
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+ | Diese und noch weit mannigfaltigere Ausbeute bietet uns die Reisebeschreibung dar. Dennoch gewährt sie einen noch höheren, zu wenig geschätzten Genus: sie giebt uns einen Maasstab in die Hand, mit welchem wir die mähliche Progression der tieferen Kräfte des menschlichen Verstandes, — das Wachsthum der höheren Wissenschaften, | ||
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+ | Durch nichts fällt dies nämlich so deutlich in die Augen, als durch die heutige imponirende Gestalt der Erd- und Himmelskunde. Bei dem Vergleiche der letzten Weltcharte des '' | ||
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+ | Dies alles gehört aber vorzugsweise unserm [[unterwegs_im_18._jahrhundert|achtzehnten Jahrhunderte]]. Darin rückte freilich jede Art der Kenntnisse sehr beträchtlich vorwärts, allein keine der übrigen eilte mit solchen Riesenschritten, | ||
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+ | Hleran steht uns zur Inschrift für die geographischen Wissenschaften nur eine einzige Seite offen. Habe diese | ||
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+ | aber auch eine noch so große Fläche, sie reicht, selbst mit dem schärfsten Grabstichel aufs engste beschrieben, | ||
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+ | Und was ist nicht alles im vergangenen Jahrhunderte geschehen? Die große und Figur der Erde ist darin auf das mühsamste bestimmt; der Lauf der Gebirge und ihre Bildung ist darin erforscht und von einer großen Anzahl die Höhe gemessen; die Atmosphere ist abgewogen, ihre Natur, so wie die der [[gewaesser|Gewässer]], | ||
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+ | haben fahrbare [[strasse|Straßen]] erhalten; dem größten Welttheile sind im Norden und Osten bei den Tschutkschis, | ||
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+ | Selbst Afrika, so sorgfältig auch das [[klima|Klima]], | ||
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+ | Was für Anstrengungen äußerte daneben Europa zum algemeinen Verbreiten der Kultur! Nicht bloß, wie vormals, durchwandern die Missionäre fast alle Theile der Erde; große Unterrichts-Anstalten sind für die Indier errichtet. In Rom vereinigte die Propaganda den Malayen mit dem Huronen, den Neger mit dem Brasilianer; | ||
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+ | so kam dann in hundertfacher Richtung eine erstaunliche Masse von Kenntnissen, | ||
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+ | Wer steuerte denn aber unser Jahrhundert mit so hohen Kräften aus, um diesem edeln Impuls folgen und seine großen Thaten ausführen zu können? Wer sicherte, wer beflügelte seine Weltumsegler; | ||
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+ | Schwesterlich schreiten die Wissenschaften Hand in Hand mit einander fort. Die Schiffkunst beruhete auf der Astronomie; diese ward durch die höhere [[messen|Meßkunst]], | ||
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+ | unser Fabrikwesen so weit über die Vorzeit hinausragen. | ||
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+ | Wie das gemeinschaftliche Wachsthum dieser Wissenschaften zusammen genommen fortgieng, davon hier nur so viel als nothwendig ist, um zu übersehen, auf welche Weise das [[reisen|Reisen]], | ||
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+ | Die höhere Kultur des [[unterwegs_im_16._jahrhundert|sechzehnten]] und besonders des [[unterwegs_im_17._jahrhundert|siebenzehnten]] Jahrhunderts, | ||
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+ | Mit dieser Sicherheit wuchs nun zugleich der Verkehr von einem Lande zum andern. Die von einander entferntesten Gegenden rückten gleichsam hiedurch einander näher; tauschten Sitten, Gewohnheiten, | ||
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+ | Der Hang nach fremden Moden und Vergnügungen ließ manchen rohen Junker sein alltägliches stumpfsinniges Hetzen und Treibjagen mit einer Reise ins Ausland vertauschen; | ||
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+ | aus dem Lehnsessel am Studierpulte, | ||
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+ | Die Heerstraßen, | ||
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+ | Vormals hieng, wie noch jetzt unter dem nomadischen [[arabische_reisende|Araber]], | ||
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+ | Zum bessern Fortbringen der Menschen und der Waaren, erfand die Mechanik schicklicheres [[fuhrwerke|Fuhrwerk]]. Die niedrigen [[karre|Frachtkarren]] der Alten verwandelte sie in hochräderige Lastwagen; man schaffte hiedurch weit großere Massen von Kaufmannsgütern schneller und mit minderem Aufwande von [[zugtier|Zugthieren]] fort. Auch waren ihre zweirädrigen [[wagenbau|Wagen]] zum Wettlaufen wohl noch minder zum Reisen geschickt, als ihre halb verdeckten [[kutschen|Kutschen]] (Carpenta) und ähnliche [[fahrzeugart|Fahrzeuge]] (Currucae), die alle mit einander bei niedrigen [[raeder|Rädern]] nicht einmal in Riemen hiengen, sondern geradezu auf der Erde lagen, ja oftmals nur mit Ochsen bespannt wurden. Dagegen rollt jetzt der Reisende in Kutschen, Chaisen und Kaleschen, gegen jedes Ungemach und jede Witterung geschützt | ||
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+ | auf Stahlfedern gewiegt, in die Fremde; durch die genaueste Einrichtung der Posten gewinnt er aber an Zeit, an Kosten und an Bequemlichkeit. | ||
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+ | Selbst noch im zehnten Jahrhundert war das Band einzelner, entfernter Provinzen großer [[staaten|Staaten]] nur sehr locker geknüpft; sie hielten sich untereinander gleichsam für unbekannte Länder. Ein '' | ||
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+ | Unendlich schwerer hielt es indes, die Reisen über das Meer zu sichern, zu erleichtern und an [[reisegeschwindigkeit|Schnelligkeit]] zu vermehren. Dennoch sind sie es vorzüglich, | ||
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+ | der schönen Künste übertroffen haben; unvergleichbar ragen wir dagegen über sie hinaus, in allem dem was zum sichern und schnellen Verkehr eines Landes oder eines Welttheils mit dem andern nothwendig ist. | ||
+ | Ihre Schiffe schlichen gleichsam nur längst den Küsten hin. '' | ||
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+ | Dagegen jetzt unsere treflichen Boussolen, unsere Quadranten, die so hoch verbesserten Sextanten des Hadley oder auch die ganzen Cirkel, wie das Universal-Theodolit des berühmten Ramsden. Bis auf wenige Sekunden mißt man mit ihnen bei jeder Neigung des Horizonts. | ||
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+ | Wie unendlich stand nun gar ihre Zeittheilung an Genauigkeit gegen die unsrige zurück? Was vermochten ihre dürftigen Wasser- und Sanduhren, von denen es | ||
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+ | selbst höchst ungewiß ist, ob sie sich damals ihrer zu Wasser bedienten, gegen unsere Seeuhren oder Chronometer; | ||
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+ | Endlich ihre Schiffe selbst! Uebel berechnete, oft ungeheure Massen, fast gänzlich durch Menschenhände bewegt, denn die dürftigen, schlecht angebrachten Segel boten dem Winde wenig Fläche dar, und erlaubten ihm nur geringe Wirkung. Ein dreirudriges Schiff (Triremis) das gewöhnliche Kriegsschiff der Alten, was für einen Aufwand von Menschen bedurfte es allein, das Schiff durch drei Reihen über einander sitzender Ruderer zu bewegen? Wie unbequem die ganze Vertheilung zur schnellen Fahrt? Schiffe von mehreren Rängen von Ruderbänken über einander, oder, welches wahrscheinlicher ist, neben einander, hielten sie selbst nur für wenig brauchbar. | ||
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+ | Das hölzerne Ungeheuer, die schwimmende Stadt des Ptolemäus von 40 Reihen der Ruder, welches 280 Ellen Länge hielt und 4000 Ruderer erforderte, um beweglich gemacht zu werden, verdient keines Vergleichs. Aber jene Kriegsschiffe (Triremes) halte man nun mit den unsrigen zusammen; wie sieht man ihnen sogleich, dem Aeußeren nach, die Unbehülflichkeit an; was für Gefahr | ||
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+ | bei hoher See, was für Unbequemlichkeit beim Wenden! Dagegen eine Fregatte im vollen Segel, oder gar ein ihr im Bau ähnliches Kriegsschiff von 100 Kanonen! | ||
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+ | Mit ihnen und der drei monatlichen Provision gegen fünftehalb Millionen Pfund an Gewicht, segelt es binnen wenigen Wochen quer von der alten zur neuen Welt, und wird von einer einzigen Hand gerichtet. Die schmale keilförmige Figur zeigt auch sofort, wie geschickt es die Wellen theilt. Das ganze Heer der Segel, welche an allen Masten und stangen in vier Etagen über einander geschwellt stehen, bieten dem Winde eine erstaunliche, | ||
+ | So hoch stieg die Schiffkunst in unserem Jahrhundert, | ||
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+ | haarscharf landet er mit der von ihm berechneten Flut auf dem einzigen Punkte der entferntesten großen Küste, die er sich zum Ziel wählte. Durch die hohe Genauigkeit der heutigen Angaben der Inseln, der Häfen, welche auf seinem Wege vorkommen, hält er gleichsam, wie bei Landreisen, Stationen, zum Ausruhen und Verproviantieren. | ||
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+ | Auf dem Wasser mißt er die Küsten, die Höhen und Abstände mit derselben Genauigkeit, | ||
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+ | Diese bewundernswürdigen Hülfsmittel erlaubten ein und demselben Seemann dreimal die Welt zu umsegeln, und an Länge des Weges, mehr als siebenmal den Umkreis des Erdballs zu durchreisen. Freilich war dies jener in seiner Art einzige '' | ||
+ | Noch erstaunlicher zeigt sich aber die Macht der menschlichen Talente im widrigen (kontrairen) Sturm. | ||
+ | Auf der schwarzen Welle treibt der Orkan den Seemann in den thurmhohen, weißen Schaum gegen den düstern Himmel; das feste Gebäude kracht wider die Wassermauer, | ||
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+ | herab zeigt sich ein wildes Feld voll Wasserberge und schreckender Tiefen. Blitzschnell gleitet das Schiff in letztere hinab. Den Wimpel des großen Masts schleudert oft ein Seitenstoß des Sturmes momentan fast ins Meer; aber der treflich berechnete Bau wirft sich sofort wieder ins Gleichgewicht. Die Winde läuten dabei in den schlaffen Tauen und in dem einzelnen Segel in schnellen Schlägen gleichsam die Todtenglocke. Dennoch sieht der kundige Seemann im hohen Meere, dem Orkan entschlossen | ||
+ | ins Gesicht, und wendet, damit er nicht zu weit rückwärts getrieben werde, mit Gefahr der gesamten Mannschaft, durch einen einzigen kühnen Ruck der Hand, die gewaltige Masse von vielen Millionen Pfunden herum. In solcher grauenvollen Lage enterte (1759) sogar der Engländer '' | ||
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+ | Oftmals stürzt mit dem Orkan der Donner aus der Wolken herab; aber '' | ||
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+ | Wie vielartig sind dabei jetzt unsere Schiffe. Fast mit jedem neuen Zuwachse der menschlichen Kenntnisse und Bedürfnisse haben sich die Gattungen vermehrt. Zwar hatten die Alten gleichfalls mehrere Arten derselben. Sie theilten sich im Allgemeinen hauptsächlich in runde und lange Schiffe; erstere zur Fracht und zum Transport überhaupt, letztere zum Kriege. Von diesen zusammen genommen gab es Kaufmannsschiffe, | ||
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+ | Fischerei, und kleinere Lastschiffe; | ||
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+ | Sicher sind die Neueren den Alten selbst in jenen beiden Hauptgattungen an Verschiedenheit überlegen; wenn man vor allem die Galeeren, die eigentlichen Ruderschiffe der jetzigen Zeiten, mit in Anschlag bringt. Zugleich führten uns die den Alten für ihre beschränkte Schiffahrt unbekannten Endzwecke zu neuen Modifikationen im Schiffbau. Der Römer sandte keine Schiffe in den hohen Norden, wo nur das Eisboot den Weg bahnt; auch ging seine Spekulation nicht auf geographische Entdeckungsreisen; | ||
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+ | Wiederum erfand man in den amerikanischen Freistaaten Schiffe, womit man durch Räderwerk oder durch eine Dampfmaschine, | ||
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+ | Das Schiff, auf welchem der berühmte Bligh, welcher auf eine fast mirakulöse Art dem Hungertode entgieng, nachmals den Brodbaum aus dem Südmeere nach Westindien führte, glich einem schwimmenden Garten; eine ganze Plantage jenes nahrungsreichen Baums gieng darauf von einer Welt zur andern; da '' | ||
+ | Dieses Besiegen der furchtbarsten Elemente, und diese Wunderwerke der Schiffsbaukunst, | ||
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+ | finden, deren tiefes Denken die Haupttheile des Seewesens zu seiner jetzigen, in der Vorzeit ungeahneten Höhe hinaufführte. | ||
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+ | Hatten '' | ||
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+ | Durch '' | ||
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+ | sicher angegeben, und oftmals entgeht er dadurch, so wie durch die richtige Ortsbestimmung und die der Figur der Erde, den gefährlichen Riefen, Sandbänken und Klippen. | ||
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+ | Die höhere Mechanik eines '' | ||
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+ | Um diese Vortheile dem Seemann noch wichtiger zu machen, sorgten nun die Naturlehre und die [[chemie|Chemie]] daneben für seine Gesundheit. Die Luft stockt in den eingeschlossenen Abtheilungen des Schiffes; sie wird zugleich von den steten Ausdünstungen der eng zusammen gedrängten Menschen und Waaren höchst gefährlich; | ||
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+ | Diese beiden Ursachen erzeugen zusammen den Scharbock, die faulichten Fieber und die Ruhr. Sie wüthen hiedurch unter dem Schiffsvolke wie der blutigste Krieg. | ||
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+ | Der Admiral '' | ||
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+ | Durch das Lüften der beweglichen Theile des Schiffs, i. B. der [[haengematte|Hangematten]], | ||
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+ | Das Bekanntwerden der Gasarten entdeckte den hohen Werth der Gährung gegen den Skorbut. Das deutsche Sauerkraut, die frische Infusion von Malz, zu Zeiten noch mit Zucker versetzst, zeigten sich als die mächtigsten Widersacher jener Krankheit. Der französische Arzt '' | ||
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+ | Der Mangel frischer kräftiger Nahrung, in welchem '' | ||
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+ | daß sie den [[reisende|Reisenden]] häufig gesundes [[trinkwasser|Wasser]] und frische [[ernaehrung_unter_besonderen_bedingungen|Lebensmittel]] darbieten. | ||
+ | Die Wirkung dieser Hülfsmittel zusammen genommen, übertraf denn auch alle Erwartung. | ||
+ | Vormals war die Sterblichkeit unter den Seefahrenden so groß, das man auf der kurzen Reise von Holland bis nach Ostindien, ja oft bis zum Cap der guten Hoffnung, den zehnten Mann für todt rechnete. | ||
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+ | Jetzt verlohr '' | ||
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+ | '' | ||
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+ | Unsere Methoden, die See zu bereisen, haben also die Natur gleichsam selbst besiegt. Man umsegelt die Erde, um eines längeren Daseyns gewisser zu seyn ! | ||
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+ | Die Vereinigung der wichtigsten Talente schikte aber nicht bloß das Leben und die Gesundheit auf dem Meere; jede Art von Verlust war dabei vermindert; denn die Wahrscheinlichkeits-Rechnung hatte die Lehre der Assekuranz vervollkommnet. | ||
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+ | Uns schreckt weder die größte Entfernung, noch der ehemals so gefürchtete [[aequator|Aequator]]; | ||
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+ | Durch sie allein ist nun dem [[der_fahrende_haendler|Kaufmann]], | ||
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+ | Für den reichen Schlemmer lassen sie ununterbrochen neue Befriedigungen seines abgestumpften Gaumens hervorgehen. Unsere Schönen verdanken ihnen die Perlen und Juwelen beider Welten, die köstlichen Mousseline und die reichen Schawls; die glänzendste Seide und die feinste Schminke; den Moschus, den Ambra, und den alles überduftenden //Otter of Roses//, kurz, das ganze Heer der geborgten Reize, wodurch sie oftmals noch despotischer herrschen, als durch die, welche ihnen die Natur verliehen hat. | ||
+ | Diese drei Klassen unserer Mitbürger sollten daher jenen höheren Wissenschaften, | ||
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+ | „Was wären wir ohne Euch!" |